„Kirche soll Menschen Lebensraum schaffen“

Weihbischof Anton Leichtfried bei der Morgenmesse der derzeit tagenden Bischofskonferenz

Wien, 09.11.2021 (KAP/dsp/mb) Die Kirche soll den Menschen einen weiten Lebensraum eröffnen, in dem auch Gegensätzliches Platz hat. Das hat Weihbischof Anton Leichtfried bei der Messe mit den österreichischen Bischöfen am Dienstagmorgen in Wien betont. Unter Bezugnahme auf den an diesem Tag gefeierten Weihetag der Lateranbasilika verwies der St. Pöltner Weihbischof auf die Apostel-Statuen in der größten der vier römischen Hauptkirchen. Sie machten deutlich, dass die "Kirche aus lebendigen Steinen errichtet" ist, wie die Apostel es gewesen seien. Ihre Unterschiedlichkeit und Gegensätzlichkeit sei zusammengehalten worden durch Jesus Christus selbst, dem sie nachfolgten. Diese Unterschiedlichkeit gelte es als Wert zu begreifen für eine Kirche, die den Menschen und der von Gott anvertrauten Schöpfung Raum geben solle.

Im Blick auf die Corona-Pandemie und die mehrfach verhängten Lockdowns erinnerte Leichtfried daran, dass die Kirchen nicht geschlossen waren, sondern für das Gebet offen standen. „Sie ermöglichten den Menschen allein durch ihren weiten Raum Sammlung, Tiefe und Gebet, wofür wir dankbar sein dürfen.“

Die Vollversammlung der Bischofskonferenz war am Montag mit einem Studiennachmittag über "Theologie und Theologische Fakultäten" eröffnet worden. Am Montagabend wurde ein Festgottesdienst im Wiener Stephansdom gefeiert. Danach begaben sich die Bischöfe in das Wiener Bildungshaus der Fokolar-Bewegung "Am Spiegeln". Ein Hauptthema der insgesamt viertägigen Beratungen ist dabei der vorliegende Entwurf für ein "Sterbeverfügungsgesetz", dessen Begutachtungsfrist am 12. November endet.

Am Mittwoch nimmt der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Pedro Lopez Quintana, an der Sitzung der Bischöfe teil. Die Vollversammlung endet Donnerstagmittag.