Familienfasttag: Bewusstes Teilen statt Almosen

Heuer fand der Suppentag bei Landeshauptfrau Mikl-Leitner in stark verkleinerten Rahmen statt © NLK Pfeiffer

St. Pölten, 25.2.2021 (dsp/mb) Das Benefiz-Suppenessen der Katholischen Frauenbewegung (kfb) der Diözese St. Pölten, zu dem Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner traditionell ins Landhaus lädt, setzt seit über 20 Jahren ein starkes Zeichen der Solidarität. Unter dem Motto „teilen spendet zukunft“ konnte die „Aktion Familienfasttag‘ die Situation vieler Frauen und Familien weltweit verbessern. Das heurige Fastensuppen-Rezept, eine Erdäpfel-Steinpilzsuppe, wurde von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Bischof Alois Schwarz, Anna Rosenberger, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung der Diözese St. Pölten und Anna Raab, Verantwortliche für die Aktion des Familienfasttages, gegen eine Spende an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Landhaus ausgegeben.

Aufgrund der aktuellen COVID-19-Maßnahmen war heuer das gemeinsame Suppenessen in gewohnter Form nicht möglich, sondern fand im stark verkleinerten Rahmen statt. Möglichkeiten zu spenden gibt es etwa über die Website der Katholischen Frauenbewegung www.teilen.at, wo auch das Rezept zum Nachkochen zu finden ist. 

Fasten ist weniger eine Frage der religiösen Vorschriften als der Freiheit und Verantwortung. Es bedeutet einen Verzicht, zu dem wir uns überwinden müssen. Das kann anregen zur kritischen Prüfung der eignen Bedürfnisse und öffnet den Blick für die Bedürfnisse anderer. So führt Fasten zum – wirklichen – Teilen: vom Eigenen abgeben, damit andere über mehr Mittel zum Leben verfügen. Darum sammeln Tausende kfb-Frauen unter dem Slogan „teilen spendet zukunft“ in den Pfarren und bei Suppenessen während der Fastenzeit für benachteiligte Frauen in Asien, Lateinamerika und Afrika. Teilen ist der Ausdruck ihrer Solidarität. Frauen erfahren, dass sie Rechte haben: auf Bildung, auf Gesundheit, auf ein Leben ohne Gewalt, auf faire Arbeitsbedingungen und politische wie ökonomische Teilhabe.

Bischof Alois Schwarz dazu: „In einer Zeit notwendiger physischer Distanz ist die Bedeutung von gemeinsamen Essen wieder ins Bewusstsein gerückt. Wie kostbar diese früheren Selbstverständlichkeiten sind, merken wir nun oft erst im Verzicht darauf. Das Teilen am Familienfasttag macht heuer ganz besonders eine Gemeinschaft über jede Distanz hinweg spürbar und zeigt die Verbundenheit der Menschenfamilie, gerade in außergewöhnlichen Situationen.“

Anna Rosenberger, Vorsitzende der kfb der Diözese St. Pölten: „Seit über 60 Jahren werden die unzähligen Suppenessen der Aktion Familienfasttag der kfb in allen Diözesen, ja beinahe allen Pfarren Österreichs durchgeführt. Auf Grund der Corona Pandemie dürfen die Suppenessen nicht wie gewohnt stattfinden und dies stellt uns vor große Herausforderungen. Es ist aber erfreulich und wir sind zutiefst dankbar wie kreativ unsere Frauen sind und was sie sich alles einfallen lassen um unsere Projektpartnerinnen in den Ländern des Globalen Südens nicht hängen zu lassen. Da gibt es „Suppe im Glas“ oder „Suppe to go“, kleine Give-aways in Form von Suppenwürfeln, Kräutersalz usw. So können wir im Miteinander die Welt verändern, denn Teilen macht stark und spendet Zukunft!“

Frauengruppen in rund 100 Pfarren engagieren sich für den Familienfasttag

Jedes Jahr in der Fastenzeit gehört das Fastensuppenessen zur Tradition der Aktion Familienfasttag. Dabei werden in vielen katholischen Pfarren in ganz Österreich von den Mitgliedern der kfb bei Gottesdiensten und entwicklungspolitischen Bildungsveranstaltungen Spenden gesammelt. In der Diözese St. Pölten beteiligen sich jedes Jahr Frauengruppen aus rund 100 Pfarren. Statt nach dem Gottesdienst ein üppiges Mahl zu sich zu nehmen, gibt es die Fastensuppe – heuer coronabedingt als „Suppe im Glas“, als „Suppe to go“. Dadurch wird gelebte Solidarität mit benachteiligten Frauen in Asien und Lateinamerika spürbar. Die gespendeten Gelder werden in konkreten Projekten direkt vor Ort für die Verbesserung von Frauen und Kindern in den Ländern des Südens eingesetzt.

Über 2 Millionen Euro an Spenden für Frauen-Projekte in den Ländern des Südens

Im Jahr 2020 wurden bei der Aktion Familienfasttag österreichweit 2,3 Millionen Euro gespendet. Es besteht eine enge Kooperation mit der Fastenaktion der Diözese St. Pölten.

Mehr Infos unter: www.teilen.at