Eine Garage beim Dom und ein Garten für alle

Bischof Alois Schwarz und Bürgermeister Matthias Stadler gehen Zukunftsprojekte gemeinsam an © Diözese St. Pölten

Stadt und Diözese beschließen eine umfassende Kooperation zur Errichtung der Parkgarage unter dem Bischofsgarten. Darüber hinaus soll der Alumnatsgarten für die Bevölkerung geöffnet werden.

St. Pölten, 25.6.2021 (dsp/mb) Eine Kooperation von historischem Ausmaß wollen Bürgermeister Mag. Matthias Stadler und Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz beschließen: Für die Tiefgarage unter dem Bischofsgarten stehen nun alle Ampeln auf Grün. Darüber hinaus soll auch eine große Fläche über der Erde für die St. PöltnerInnen zugänglich gemacht werden: Der ehemalige Alumnatsgarten wird als innerstädtischer Park aufgeschlossen. Im Zuge dieser Einigung werden sich auch die Eigentumsverhältnisse in der Linzer Straße 10-12 sowie in der Schulgasse 6 ändern, wodurch der Rathausbezirk weiter wachsen kann. Wenn die städtische Bibliothek in das Oberbank-Gebäude auf den Domplatz siedelt, wird dort auch die Diözese mit einem repräsentativen Teil der Domothek zu finden sein.

Ein entsprechender Beschluss zu dieser Kooperation soll bereits in der kommenden Gemeinderatssitzung als Grundlage gefasst werden. Matthias Stadler wird dazu einen Dringlichkeitsantrag einbringen. „Um diese einmalige Chance nicht zu gefährden und sofort mit der Umsetzung beginnen zu können“, hält der Bürgermeister dazu fest.

Weißer Rauch steigt auf

Die gute Zusammenarbeit zwischen Diözese und Stadt St. Pölten unterstreicht Bürgermeister Matthias Stadler: „Vom ersten Treffen weg fanden alle Gespräche mit höchster Wertschätzung auf Augenhöhe statt. Nun steigt weißer Rauch auf! Mit diesem historischen Schulterschluss können wir ein umfassendes Paket schnüren und gleich einige heiße Eisen für die Stadtentwicklung aus dem Feuer holen.“

Für Stadler sind zwei Maßnahmen besonders relevant: „Die neue Zentrumsgarage ist trotz Mobilitätswandel notwendig und ein klares Bekenntnis zur barocken Innenstadt mit ihrer Kaufmannschaft, der Gastro und natürlich den BewohnerInnen. Mit der Öffnung des Alumnatsgartens gewinnen wir eine weitere Grünfläche im Herzen St. Pöltens für die BürgerInnen. Genau an der Achse vom Rathausplatz zum Kulturbezirk beim Landhaus gelegen wird uns dieser Garten auch nach 2024 noch erfreuen“, so das Stadtoberhaupt.

Bischof Alois Schwarz freut sich über den Projektstart: „Unsere Diözese ist nicht nur ein geistliches Zentrum, das religiöse Kernstück für viele Menschen dieses Landes und dieser Stadt, sondern auch ganz im Zentrum der Wege von St. Pölten verortet. Diese Zentralität ermöglicht uns gemeinsam mit der Stadtregierung, verschiedene Zukunftsprojekte gemeinsam anzugehen. Wir wollen den Menschen dienen und neue Möglichkeiten der Stadtentwicklung mittragen. Neben Kultur, mehr Platz für Menschen und eine sanfte Erschließung verschiedener diözesaner Orte wollen wir dabei immer auch unseren Kernauftrag mitdenken: den Menschen Jesus Christus nahebringen, die zahlreichen Angebote der Kirche neu vorstellen und so auch eine gute geistliche Entwicklung für die Menschen im Blick haben. Wir freuen uns auf einen rundum erneuerten Domplatz, der neben vielen Funktionen auch der Eintrittsort in den dann wunderbar sanierten Brunnenhof des Diözesanhauses sein wird, wo wir verschiedene neue Formate von Evangelisierung, Tourismus und Gastronomie andenken wollen.“

Die Öffnung des Alumnatsgartens ist für ihn „eine wunderbare Idee, die noch von der Lösung diverser Vorfragen abhängt.“ Schwarz führt aus: „Ich bin überzeugt, dass es als gemeinsames Projekt eine Insel der Begegnung und Erholung sein kann, wertvoll für die Anrainer und Besucher, aber auch für die Menschen, die zukünftig im Gebäude des Alumnats arbeiten werden. Dankbar bin ich für die vielen Mitarbeiter, die diese Projekte erarbeitet haben, Lösungswille und viele Kompromisse stehen dahinter und werden noch notwendig sein. All dies wird lösbar sein in diesem Geist der Zusammenarbeit, dem gemeinsamen Tragen der notwendigen Aufwendungen und dem Ziel vor Augen, für die Menschen räumlich und leiblich, aber eben auch geistlich und seelisch, gute neue Angebote zu entwickeln.“

Dom-Garage kommt

Zentrales Element der Vereinbarung ist, das Zustandekommen der Dom-Garage zu fördern, um eine vertraglich gesicherte Anzahl von Stellplätzen für die Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die diözesanen Gremien haben bereits ein Vergabeverfahren zu Errichtung und Betrieb der Tiefgarage durchgeführt und einen Bewerber ausgesucht. Ein Vertrag zur Umsetzung des Projektes ist auf der Zielgerade. Ein Zugang zur Tiefgarage erfolgt dann über den Brunnenhof, welcher neu gepflastert wird. Neben dem Durchgang zur Garage soll dieses Ambiente künftig auch für gemeinsame Veranstaltungen von Bistum und Stadt genutzt werden. Die Bauführung erfolgt in einem Zug mit dem Domplatz. Nach Fertigstellung wird der sogenannte Sparkassenplatz neu gestaltet, ebenso sind Baumaßnahmen an den Zu- und Abfahrtswegen (etwa beim Bischofsteich) durch die Stadt nötig.

Ein Stadt-Garten für alle

Bedingt durch die geplante, zukünftige Nutzung des im Besitz der Diözese befindlichen Alumnats in der Wiener Straße als Zentrale der diözesanen Caritas ergibt sich die Möglichkeit, den vorgelagerten Garten anderweitig zu nutzen. Bis jetzt hinter hohen Mauern verborgen, soll dieser für die Bevölkerung als zusätzlicher öffentlicher, innerstädtischer Grünraum in der Achse Innenstadt-Kulturbezirk für zumindest 99 Jahre zur Verfügung stehen.

Die Stadt wird in die Attraktivierung des 1.340 Quadratmeter großen Gartens und des angrenzenden Straßenraums investieren, um einen einladenden Park zu schaffen. Eine diesbezügliche Machbarkeitsstudie ist bereits beauftragt.

Immobilientausch und gemeinsame Bibliothek

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Rathausbezirk befindet sich das Objekt Linzer Straße 10-12, aktuell im gemeinschaftlichen Besitz der Immo St. Pölten GesmbH und der Diözese. Dieses Objekt ist auf Grund seiner Lage als Nutzungserweiterung des Rathausbezirks inklusive der Perspektive eines zusätzlichen Weges zur Promenade für die Stadt von großem strategischen Wert. Das Objekt Schulgasse 6 befindet sich aktuell im Alleinbesitz der Immobilien St. Pölten GesmbH und soll für das Objekt in der Linzer Straße eingetauscht werden.

Nachdem die Stadt das Oberbank-Gebäude am Domplatz erworben hat und dort die Stadtbibliothek hinsiedeln möchte, ergeben sich mit der bereits existierenden Bibliothek der Diözese Synergien. Die Diözese möchte einen repräsentativen Teil der sogenannten Domothek als Ergänzung der öffentlichen Stadt-Bibliothek im Oberbank-Gebäude verorten. Viele Bücher aus dem Fundus der theologischen Hochschule etwa könnten dann dort ausgeliehen werden – das Spektrum reicht bis hin zu soziologischen oder philosophischen Werken.