Diözese St. Pölten hilft den Erdbebenopfern in Kroatien

Häuser sind unbewohnbar im Erdbebengebiet von Kroatien

St. Pölten, 1.2.2021 (dsp/mb) Auf Initiative von Ivanka Vukas, Mitarbeiterin der Pastoralen Dienste der Diözese St. Pölten, wurden Sachspenden für die Erdbebenopfer in Kroatien gesammelt. Decken, Stiefel, Winterkleidung, Geschirr, Besteck, und vieles mehr wurde dieses Wochenende ins Erdbebengebiet in die Region Sisačko-Moslavačka (Sisak – Moslavina) gebracht. 

Martin Schwingenschlägl und Franz Sedlmayer, beide Mitarbeiter der Pastoralen Dienste der Diözese St. Pölten, machten sich mit ihrer Kollegin und Initiatorin Ivanka Vukas und Jasmin mit zwei vollgepackten Transportern auf den Weg in die Region Sisačko-Moslavačka, ein Gebiet zwischen den Städten Sisak (rund 50.000 Einwohner) und Petrinja (rund 25.000 Einwohner). Gerade im Hinterland, in den kleinen Dörfern, wo oft nur ältere Menschen leben, ist die Not am größten.

Viele Häuser sind dort zerstört und unbewohnbar. Kamine sind eingestürzt, was das Heizen unmöglich macht. Dächer wurden abgedeckt, ja sogar vom Dachstuhl ist meist nichts übergeblieben. Menschen leben in Stallungen, die vom Erdbeben weniger betroffen waren, in Zelten oder in behelfsmäßigen Holzhäusern oder Campingwägen. Die Temperaturen können im Jänner und Februar in der Nacht unter 0 Grad sinken und Schneefall ist keine Seltenheit. Unter diesen Umständen ist für die Menschen hier vor Ort nicht Corona das Hauptproblem, sondern das nackte Überleben.

Auf den Äckern und Wiesen gibt es immer wieder von der Polizei gesperrte Flächen, da dort durch das Erdbeben die Erde eingebrochen ist. Erdbebenkrater, die sich mit Wasser gefüllt haben, werden sichtbar und es besteht die Gefahr, dass weitere Flächen einbrechen.

„Trotz dieser widrigen Umstände wurden wir von den Menschen vor Ort herzlich empfangen, sie haben sich gefreut und uns das Geschehen und die Bedingungen vor Ort gezeigt. Obwohl von der österreichischen Grenze in Spielfeld kaum mehr als zwei Autostunden entfernt, tut sich dort in den ländlichen Gegenden eine andere Welt auf. Vieles, was wir als selbstverständlich ansehen, wie eine fließende Wasserspülung bei der Toilette oder Zentralheizung, sucht man dort vergeblich. Doch die Menschen haben sich trotz dieser Umstände ihren unerschütterlichen Glauben und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht nehmen lassen“, so die Erdbebenhelfer der Diözese St. Pölten.

„In dieser Not sind wir als Christinnen und Christen berufen und gerufen, nicht nur die frohe Botschaft zu verkünden, sondern ihr auch mit unserer Unterstützung und Hilfe auf die Sprünge zu helfen und Realität werden zu lassen. An ihren Taten solltet ihr sie erkennen. (1Joh 2,1 – 6).

Deswegen wird die Spendenaktion in den kommenden Wochen noch einmal gestartet werden.“, so Ivanka Vukas. 

Wenn Sie auch helfen möchten: nähere Infos erhalten sie unter i.vukas@kirche.at.

Denn Papst Franziskus schreibt in seiner zuletzt erschienen Sozialenzyklika „Fratelli tutti“ in der Nr. 68: „Wir sind für die Fülle geschaffen, die man nur in der Liebe erlangt. Es ist keine mögliche Option, gleichgültig gegenüber dem Schmerz zu leben; wir können nicht zulassen, dass jemand ,am Rand des Lebens' bleibt. Es muss uns so empören, dass wir unsere Ruhe verlieren und von dem menschlichen Leiden aufgewühlt werden. Das ist Würde.“