Diakonenweihe in der Basilika Maria Taferl

Die drei neu geweihten Diakone

Drei junge Männer von Bischof Alois Schwarz geweiht

Maria Taferl, St. Pölten, 20.12.2021 (dsp/mb) Am 4. Adventsonntag, dem 19. Dezember 2021, weihte Diözesanbischof Alois Schwarz die Seminaristen des St. Pöltner Priesterseminars Thomas Schmid, Henry Igbokwe und Mario Kietzer zu Diakonen.

Bischof Alois Schwarz legte den drei Kandidaten seine Hände auf und weihte sie: " Als Gott-Suchende seid ihr unterwegs und ihr werdet in den Menschen Gott-Suchende entdecken. Was sich vor eurer Weihe abgespielt hat, war ein synodaler Vorgang. Da geht es nicht um eine vereinsmäßige Verteilung einer Aufgabe, sondern es geht um Männer, die durch die Weihe zu Garanten des Ursprungs werden. Ihr sollt durch eure Lebensform der Ehelosigkeit zeigen, dass der Himmel offen ist. Ihr seid Garanten des offenen Himmels auf dieser Welt." 

Thomas Schmid wurde am 2. August 1991, am Herz-Jesu-Freitag, in Amstetten als erstes Kind seiner Eltern Ruth und Kurt geboren und am 8. September 1991 zu Mariä Geburt, gleichzeitig seinem Namenstag (hl. Thomas von Villanova) in Waidhofen/Ybbs getauft. Aufgewachsen ist er mit seinen drei jüngeren Geschwistern Philipp, Tobias und Christina in Ulmerfeld-Hausmening bzw. Neufurth. 2010 maturierte er am Stiftsgymnasium Melk und begann darauf an der Phil. – Theol. Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz das Theologiestudium. Während dieser prägenden Jahre im Studentenhaus in Mayerling machte er sich auf die tiefere Suche nach seiner priesterlichen Berufung, welche er schon sehr früh im Kindesalter verspürte. Nach Zeiten des Ringens und Prüfens trat er mit 29. Juni 2015 ins Priesterseminar der Diözese St. Pölten ein. Es folgten das Propädeutikum in Linz, 5 Jahre im Priesterseminar in Wien und die Fortsetzung des Studiums. Thema der Diplomarbeit: „Das Bild Mariens – Eine Ikone der Einheit in der Vielfalt.“
Thomas war von Kindheit an in seiner Heimatpfarre Ulmerfeld sehr verwurzelt und bereits vor der Erstkommunion eifriger Ministrant. Die Pfarre ist für ihn stets Heimat gewesen, wo ihn viele Menschen prägten und ihm zu sichtbare Zeugen des Evangeliums wurden. Seit 1. Oktober ist er als Pastoralpraktikant in der „Pfarrgemeinschaft zur Göttlichen Barmherzigkeit“ im Pielachtal, in Kirchberg an der Pielach, tätig.

Henry Uchechukwu Igbokwe wurde am 13.6.1991 im Gebiet von Biafra östlich von Nigeria in eine christlich geprägte Familie geboren. Henry ist sein Taufname, Uchechukwu ist sein einheimischer Name und bedeutet „der Gedanke Gottes“ und Igbokwe ist sein Familienname. Er empfing in seiner Heimat Taufe, Erstkommunion und Firmung. Er hat sieben Geschwister – eine Schwester ist Ordensfrau.
Pfarrer Sabinus Iweadighi, Pfarrer in St. Pölten-Pottenbrunn, lernte er bereits in seiner Kindheit in Nigeria kennen. So ist auch der Kontakt zur Diözese St. Pölten entstanden. 
Am 8. März 2016 kann er nach Österreich und begann mit Deutschkursen. Nach dem Propädeutikum begann er 2018 das Theologiestudium an der Uni Wien. Am 9. Dezember 2020 konnte er das Studium erfolgreich abschließen. Seine Diplomarbeit: „Armut und Sozialstratifikation in Amos: Ein Musterbeispiel für die Situation in Nigeria“. Derzeit ist er in seinen Praktikumspfarren St. Veit an der Gölsen und Schwarzenbach.

Mario Kietzer wurde am 15. Juli 1969 in Brandenburg, Deutschland, geboren. Seine gesamte Kindheit und Jugend verbrachte er in einer Industriestadt, die direkt an der Berliner Mauer lag. Mario erlebte somit die Teilung Berlins bzw. Deutschlands als Zeitzeuge hautnah mit. Nach dem Abschluss der Oberschule erlernte er zunächst den Beruf des Kochs und bildete sich im Anschluss daran im kaufmännischen Bereich weiter. 
Kurze Zeit nach der Ausbildung – von 1990 bis 1993 – zeichnete Mario für zwei Unternehmen des größten deutschen Lebensmittelhändlers in Stuttgart und Berlin verantwortlich. Daran anschließend begann er im Alter von knapp 26 Jahren mit dem Aufbau seiner eigenen Unternehmen im Großhandels-, Beherbergungs- und Restaurantbereich. Im Jahr 2010 – nach 15 Jahren – beendete er seine unternehmerische Tätigkeit und verlegte seinen Wohnsitz in das schweizerische Davos. Von dort kam er Ende 2012 nach Heiligenkreuz, wo er als freier Student sein Theologiestudium aufnahm. Im Herbst 2013 entschied sich Mario, im Orden der Piaristen in Wien sein Postulat aufzunehmen und von 2014 bis 2015 absolvierte er auf den Philippinen sein Noviziat. Nach seiner Rückkehr wurde er zum Weiterstudium an die Universität Gregoriana nach Rom entsandt. Kurze Zeit vor Ablegung seiner ewigen Profess entschied sich Mario zum Austritt aus dem Orden. Mit Wirkung vom 29. Juni 2019 wurde er in das Bischöfliche Priesterseminar der Diözese St. Pölten aufgenommen. Mario schloss sein Studium im Dezember 2020 mit dem Thema zur Struktur der sozioökonomischen Ungleichheit im Spiegel der gegenwärtigen Globalisierung mit Auszeichnung ab. Neben seinem theologischen Abschluss verfügt er über ein Diplom in "Leadership and Management" der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Gregoriana, an der er auch andere Fächer belegt hatte. Mario ist in den Praktikumspfarren Münichreith und Neukirchen am Ostrong und Pöggstall eingesetzt.

Heiliger Ursprung des Diakonates

Das geistliche Amt in der Kirche hat seinen Ursprung im Dienst der Zwölf, die Jesus Christus selbst "eingesetzt" hat (Markus 3,14).
„Jesus stieg auf einen Berg und rief die zu sich, die er erwählt hatte, und sie kamen zu ihm. Und er setzte zwölf ein, die er bei sich haben und die er dann aussenden wollte…“ (Mk 3,13-14) Das geistliche Amt in der Kirche hat seinen Ursprung im Dienst dieser „Zwölf“, die Jesus Christus selbst "eingesetzt" hat. Andere Stellen der Bibel bezeugen, dass die Apostel bewährte Christen durch Gebet und Handauflegung mit besonderen Aufgaben der Leitung und der Sorge für die Gemeinschaft betraut haben (vgl. Apostelgeschichte 6,6 u. 14,23; 1 Timotheus 4,14 u. 5,22; 2 Timotheus 1,6).

Dienst im Geist Christi

Durch das Sakrament der Weihe werden auch heute Diakone, Priester und Bischöfe "ordiniert" und erhalten die jeweils für ihren Dienst nötigen geistlichen "Vollmachten". Die Weihe signalisiert, dass das, was durch diese Dienste für die Gemeinde geschieht, im Wesentlichen nicht Menschenwerk ist, sondern von Christus kommt.

Miteinander

Bischöfe, Priester und Diakone sollen für die anderen Getauften da sein, deren Charismen und Fähigkeiten achten und fördern und mit ihnen im Geist Jesu zusammenwirken: „Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat.“ (1 Petrus 4,10) Denn: „Die Laien sind schlicht die riesige Mehrheit des Gottesvolkes. In ihrem Dienst steht eine Minderheit: die geweihten Amtsträger.“ (Papst Franziskus, Evangelii Gaudium 102)