Der heilige Martin – vom römischen Soldaten zum Heiligen

St. Pölten, 10.11.2021 (dsp/mb) Am 11. November feiern zahlreiche Pfarren und Orte das Fest des heiligen Martin. Allein in der Diözese St. Pölten sind 23 Pfarren dem Heiligen geweiht. Berühmt wurde Martin, weil er seinen Mantel teilte, den er einem Bedürftigen gab. Sein Programm lautete also "Teilen". Vielerorts ist es auch Brauch, Brezeln oder Kipferl zu teilen. Mit Ganslessen, Martinsspiel, Laternenumzügen und Gottesdiensten feiert man den großen Heiligen.

Martin wurde im Jahr 316 im heutigen Szombathely geboren, als Sohn eines römischen Offiziers. Er musst zwar Soldat werden, verweigerte aber aufgrund seines christlichen Glaubens kurz vor einer wichtigen Schlacht den Kriegsdienst und trat aus der Armee aus. Als Schüler des Bischofs Hilarius von Poitiers wurde er mit 18 Jahren getauft, lebte dann als Einsiedler auf einer Insel nahe Genua, gründete das erste Kloster Galliens, wirkte als Friedenstifter und Wohltäter in Frankreich und Norditalien und wurde am 3. Juli 372 – gegen seinen Willen – zum Bischof von Tours gewählt. Er starb am 8. November 397 und ist der erste Nichtmärtyrer, der von allen christlichen Konfessionen als Heiliger verehrt wird.

Vielfältiges Brauchtum

Bekannt ist Martin für die – auch heute noch in Martinsspielen nachgestellte - Geschichte vom Mantelteilen: Vor den Toren von Amiens zerschnitt er seinen Soldatenmantel mit dem Schwert, um ihn mit einem frierenden Bettler zu teilen. In der Nacht erschien ihm Christus, was bald darauf zur Taufe Martins führte.

Kinder lieben Martini wegen der Laternenumzüge. Früher wurde dieser Tag als Gegenstück zum Faschingsdienstag mit üppigem Essen, Trinkgelagen und wilden Festen gefeiert - die Laternenfeste in Pfarre und Kindergarten sind die moderne geordnete Version davon. Am Sonntag nach dem Martinsfest begann das vierzigtägige „Martinsfasten“ bis Weihnachten, die Martinigans war daher der letzte Festtagsbraten bis zum Christfest.

Martin ist der Schutzpatron von Frankreich und Ungarn, des Burgenlandes und der Diözese Eisenstadt, der Soldaten, Polizisten, Reiter sowie der Reisenden, Armen, Flüchtlinge, Gefangenen und vieler anderer.