25. Juli: Jakobus „der Ältere“ oder auch „der Große“

Santiago de Compostela (c) R.Brozek

St. Pölten 25.7.2021 (dsp/mb) Der heilige Jakobus wurde am See Genezareth in Galiläa – dem heutigen Jam Kinneret – in Israel geboren und starb um Ostern 43 in Jerusalem. Er ist Apostel und wird als Märtyrer verehrt. Jakobus war der Sohn des Fischers Zebedäus und der Salome sowie der ältere Bruder des Jüngers Johannes, beide gehörten zu den erstberufenen Jüngern. Jesus gab den zwei Brüdern wegen ihres Eifers den Beinamen Boanerges = Donnersöhne.

Jakobus zählte neben seinem Bruder und Petrus zu den drei bevorzugten Jüngern, die bei der Verklärung Jesu und in seiner Todesangst im Garten Getsemani dabei waren. Während die Apostelgeschichte vom Wirken Petrus und Johannes ausführlich berichtet, wird von Jakobus nur die Hinrichtung durch König Herodes Agrippa I. von Judäa im Jahr 43 - verbunden mit einer Verfolgung anderer Christen – erwähnt. Jakobus war somit der erste Märtyrer unter den Aposteln. Der Überlieferung zufolge verkündete er zuvor das Evangelium in der Gegend um Samaria - dem heutigen Shomron - und Jerusalem.

Jakobus wurde durch Herodes Agrippa I., dem im Jahr 41 von Rom eingesetzten König und damit drittem Nachfolger von Pontius Pilatus, hingerichtet. Legenden berichten vom Zauberer Hermogenes, den Jakobus überwand, von Dämonen befreite und dessen Zauberbücher er dann ins Meer werfen ließ. Auf seinem Wege zur Richtstätte heilte Jakobus demnach einen Lahmen und bat den Henker um eine Flasche Wasser, damit er Josias, der ihm den Strick umgelegt hatte und sich ebenfalls auf dem Hinrichtungsplatz bekehrte, taufen könne; auch Josias wurde daraufhin mit Jakobus enthauptet.

In Jerusalem steht die Jakobskirche angeblich an der Stelle seines Martyriums. Im Jahr 70 seien seine Gebeine auf den Berg Horeb ins Jakobskloster - das heutige Katharinenkloster - gebracht worden.

In Spanien verbreitet ist die Überlieferung, dass Jakobus dort gleich nach der Himmelfahrt Christi gepredigt und Jünger geworben habe mit der Prophezeiung, dass er nach seinem Tod dort Unzählige bekehren werde. An diese Überlieferung schließt das Fest Unsere Liebe Frau von der Säule an.

25. Juli – der Gedenktag

Jakobus' Grab soll vergessen worden sein, bis er sich dem Eremiten Pelagius auf dem so genannten Sternenfeld, spanisch Compostela offenbarte. 813 wurde dort mit dem Bau eines Wallfahrtszentrums begonnen, am 25. Juli 816 - daher der Gedenktag - wurden Jakobus' Reliquien in der neuen Kirche beigesetzt.

Die Entdeckung des Grabes fiel in eine Zeit, in der sich die nordspanische Kirche mit dem Bischof Theodemir von Iria Flavia gegen die westgotische Kirche von Toledo profilieren wollte, er legte den Grundstein für die Jakobuskirche in Santiago de Compostela, die 870 geweiht wurde; Santiago wurde bald zu einem Eckpfeiler des mittelalterlichen Europa.

Im Zuge der Reconquista, der Rückeroberung Spaniens von den maurischen Besatzern, fiel Jakobus eine neue Rolle zu: Er galt jetzt als Santiago Matamorus, als berittener Schlachtenhelfer und Maurentöter. In der Schlacht von Clavijo 844 überwand Jakobus demnach, auf dem Pferd voranstürmend, mit den Seinigen die Mauren und führte so König Ramiro von Asturien zum Sieg; die Schlacht sei ausgelöst worden, weil der König sich weigerte, 100 Jungfrauen als Tribut abzugeben. Jakobus soll auch schon in die Schlachten Karls des Großen eingegriffen haben.

Im 9. Jahrhundert wurde von den Königen Alfons II. und Alfons III. eine Basilika errichtet, Santiago de Compostela wurde ein Wallfahrtsort für Nordspanien. Um 930 sind dann erstmals Wallfahrer aus Süddeutschland, aus der Gegend um den Bodensee, nachgewiesen.

1078 wurde mit dem Bau der Kathedrale begonnen, die 1128 geweiht wurde und im 18. Jahrhundert ihren barocken Mantel erhielt. 1095 wurde der Bischofssitz von Iria Flavia nach Santiago verlegt, 1120 die Diözese zum Erzbistum erhoben. Seit 1122 gilt jedes Mal, wenn der Gedenktag auf einen Sonntag fällt, das Jahr als heiliges - so wie Jahr 2010 und das Jahr 2021 - die Wallfahrer erhalten dann seit dem 15. Jahrhundert vollkommenen Ablass aller Sündenstrafen. Im Heiligen Jahr 2004 wurden zwölf Millionen Besucher gezählt, die durch die Heilige Pforte der Vergebung an der Ostseite der Kathedrale gingen.