„Vergessen wir die Kinder in Osteuropa nicht“

Hannes Ziselsberger, Weihbischof Josyf Milyn, Helene Renner, Johann Wimmer

30 Jahre Osthilfesammlung der Diözese St. Pölten

St. Pölten, 14.1.2020 (dsp/mb) In den vergangenen 30 Jahren wurden mit dem Osthilfefonds zahlreiche pastorale Aufbau- und Hilfsprojekte in den ehemaligen Ostblockländern unterstützt. Doch es ist noch viel zu tun. Not, Arbeitslosigkeit und fehlende Zukunftsperspektiven prägen auch heute das Leben von vielen Familien in den ehemals kommunistischen Ländern Osteuropas. Die Auswirkungen der Not haben oft die Kinder zu tragen, deren Leben und Perspektiven dadurch stark eingeschränkt sind.

Zu Weihnachten 1989, nach der Grenzöffnung in Richtung Osten entstanden die ersten Kontakte zwischen der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten und der ungarischen Bischofskonferenz. Es entwickelte sich eine intensive Partnerschaft. Zeitgleich entstanden Partnerschaften mit der Diözese Königgrätz und Budweis in der damaligen Tschechoslowakei und auch zur Ukraine. „Der dafür notwendige Osthilfefond wurde 1990 von der Katholischen Aktion ins Leben gerufen“, so Johann Wimmer, Direktor der Pastoralen Dienste der Diözese St. Pölten. Wimmer streicht auch die Bedeutung der Pfarren für die Osthilfesammlung hervor: „Pfarren sind ein Ort der Solidarität und Sensibilität für Menschen in Not.“

Osthilfesammlung am 9. Februar

Mit dem Erlös der kommenden Osthilfesammlung wird heuer ein Projekt der Ukraine besonders unterstützt. Weihbischof Josyf Milyan aus Kiew-Halytsch betonte bei er Pressekonferenz, wie wichtig für ihn die Unterstützung der Diözese St. Pölten ist: „Wir möchten uns konkret für den Schutz und die Zukunft sozial schwacher und kranker Kinder einsetzen.“
Seit ein paar Jahren widmet sich die Griechisch-Katholische Kirche der Ukraine besonders einem Seelsorgeprogramm im zentralen Kinderkrankenhaus in Kyiv – der ukrainischen Hauptstadt. Diese Seelsorge ist den Kindern und auch deren Familien eine große Unterstützung. „Leider ist die Situation in der Ukraine noch immer so, dass man sich eigene Medikamente besorgen muss, sonst bekommt man überhaupt keine Behandlung. Das Budget hier reicht nicht aus, um Kranke zu heilen“, beschreibt Weihbischof Milyan die tristen Zustände in der Ukraine. Auch die Korruption sei noch immer ein Problem.

Die Griechisch-Katholische Kirche der Ukraine möchte auch außerhalb der Hauptstadt Sozialzentren in den Pfarren entstehen lassen: „Hier wollen wir bieten, was die Familien nicht bieten können. Die Persönlichkeiten der Kinder können sich hier entwickeln. Die Kinder können sinnvoll die Freizeit gestalten.“

Es ist noch immer Hilfe nötig

Von Schwierigkeiten in der Überzeugungsarbeit berichtet Helene Renner, ehemalige Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung, denn viele meinen, dass mit der EU-Nähe alle Not beseitig wurde - dem ist aber bei weitem nicht so: „Es ist schwierig, den Menschen heute zu vermitteln, dass diese Hilfe noch immer notwendig ist. Und es ist wird noch lange notwendig sein, zu helfen. In Kyiv braucht man nicht weit schauen und sieht Not und Elend!“

„Menschen tragen füreinander Verantwortung. Unser Ziel als Caritas ist daher klar: Wir wollen allen Kindern eine hoffnungsvolle und gute Zukunft ermöglichen“, so Hannes Ziselsberger, Direktor der Caritas der Diözese St. Pölten.