Tag der Arbeitslosen - Tag der Arbeit

Video-Gottesdienst auf YouTube

St. Pölten, 30.4.2020 (dsp/mb) Am 1. Mai feiern wir den „Tag der Arbeit“ – doch nicht alle haben an diesem Tag einen Grund zum Feiern. Daher findet jedes Jahr am 30. April der „Tag der Arbeitslosen“ statt, um auf die Situation arbeitssuchender Menschen aufmerksam zu machen. Allerorts suchen Menschen nach Chancen ihr Potential in die Arbeitswelt einzubringen. Kirchliche Institutionen erinnern im Rahmen des „Tages der Arbeitslosen“ und des "Tages der Arbeit" an das Los von Menschen ohne Job. 

Für die Kirche ist der Tag der "Arbeitslosen" - der bewusst einen Tag vor dem "Tag der Arbeit" angesetzt ist - ein besonderer Anlass, um die am meisten an Arbeitslosigkeit leidenden Bevölkerungsgruppen hervorzuheben. Dazu gehören u.a. Langzeitarbeitslose, die besondere Hürden für den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt haben, Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen, Menschen mit Behinderungen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen sowie Flüchtlinge und Migranten. Auch die zunehmende Zahl von Menschen in prekären Arbeitsbedingungen und ihre Situation ist am 30. April ein Thema.

Durch die Coronakrise hat sich viel am Sektor Arbeit und Arbeitslosigkeit getan. 600.000 Menschen sind in Österreich auf Arbeitssuche, 1,2 Millionen auf Kurzarbeit, andere verbrauchen Urlaub und Zeitguthaben in der Krisenzeit. Unsicherheit, Existenzangst und Verzweiflung machen sich breit. Kredite, Mieten und notwendige Reparaturen können nicht mehr erfolgen. Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der ArbeitnehmerInneseelsorge der Diözese St. Pölten laufen seit Wochen die Telefone heiß. Meist können sie aber nur zuhören, trösten und Zuversicht zusprechen.

Menschen mit Beeinträchtigungen besonders betroffen

Die Menschen, die langzeitarbeitslos sind, die psychische Probleme haben und Ablenkung brauchen von ihren Problemen, sind voll auf sich selbst zurückgeworfen. Ihnen fällt sprichwörtlich die Decke auf dem Kopf, sie können ihre schon vor der Krise spärlichen Kontakte, gar nicht mehr aufrechterhalten. Diese psychische Isolierung treibt sie weiter in die Depression hinein. Mit dem Angebot der Telefonseelsorge, der Betriebsseelsorge und anderer Einrichtungen, wie das „plaudernetz“ der Caritas, wollen und können Bausteine der Lösung sein. Ein Gespräch über Telefon oder Videokonferenz kann zwar kurzfristig nicht stattfindende reale Begegnungen versuchen zu kompensieren, sie aber niemals ganz ersetzen. Doch merkt man bei den Telefongesprächen, egal ob Jugendliche oder Pensionisten anrufen, die Freude jemandem etwas erzählen zu können, zu wissen, dass da wer zuhört, einem wahrnimmt und mit einem spricht und mitfühlt. 

„Besonders dramatisch empfinde ich derzeit die Situation in den Familien, wo beide Elternteile während dieser Coronakrise plötzlich arbeitslos geworden sind. Ich wünsche allen Familien, dass sie gut über die Runden kommen und sich gut wieder erfangen können, wenn Corona wieder vorbei ist“, so Christian Haslauer vom „Forum Kirche und Arbeitswelt“. Und auch Betriebsseelsorger Franz Sedlmayer ist überzeugt: „Wir alle sind dazu berufen, neue konstruktive und kreative Ideen in die Tat umzusetzen, mutig dabei neues zu wagen und altes zurückzulassen."

Videogottesdienst auf YouTube

Die Katholische ArbeitnehmerInnenbewegung (KBW) und die Betriebsseelsorgen der Diözese St. Pölten haben zum Tag der Arbeitslosen und zum Tag der Arbeit einen Videogottesdienst gestaltet. Im Anhang an den Video-Gottesdienst ist die Osternachricht von Papst Franziskus an die sozialen Volksbewegungen und Organisationen angehängt, wo er um kreative Ideen in dieser Krisenzeit bittet und die Grundsicherung für jeden Menschen auf der Welt forciert. 

Das ist der Link zum Gottesdienst: https://www.youtube.com/watch?v=CQTm5x02CPM