Ökumenische Solidarität in Zeiten der Krise

kath. Pfarrer Christoph Weiss, Pastoralassistentin Elisabeth Fiedelsberger, orth. Pfarrer Cezar Marksteiner-Ungureanu

St. Pölten, Krems, 13.5.2020 (dsp/mb) Die Rahmenordnung der Bischofskonferenz ermöglicht zwar Gottesdienste ab 15. Mai, die Anzahl der Teilnehmer ist jedoch je nach Größe des Kirchengebäudes eingeschränkt. Das trifft nicht nur katholische Pfarren, auch die rumänisch-orthodoxe Pfarre Krems, die bisher in der Bürgerspitalkirche ihre Gottesdienste feierte, stand vor dem Problem, nur noch eine kleine Anzahl von Gläubigen einlassen zu dürfen. 

Erst im Januar war Cezar Marksteiner-Ungureanu in der Pfarrkirche Krems-St. Veit zum Priester geweiht und die Pfarre gegründet worden. Im Gespräch bot der katholische Pfarrer Christoph Weiss seine Unterstützung an - mit Zustimmung des Pfarrgemeindesrates darf die orthodoxe Gemeinde nun ihre Gottesdienste in der katholischen Pfarrkirche Krems-Lerchenfeld feiern. Aufgrund ihrer beachtlichen Größe bietet diese auch unter Beachtung der 10m2-Regelung Platz für 90 Personen.

Pfarrer Cezar Marksteiner-Ungureanu bedankte sich im Namen seiner Gemeinde für die Gastfreundschaft der Pfarre Krems-Lerchenfeld: „Es ist ein Zeichen der Ökumene und gelebter Solidarität in dieser Zeit der Krise, dass die katholische Gemeinde uns ihre Kirche für die Feier der Liturgie zur Verfügung stellt. Wir fühlen uns hier sehr willkommen.“ 

Der Pfarrer der Pfarrkirche Krems-Lerchenfeld Christoph Weiss freut sich, dass „ab Mitte Mai auch orthodoxe Gottesdienste in unserer Pfarrkirche gefeiert werden. Mich beeindruckt der Gedanke, dass wir am selben Altar die Heilige Messe bzw. die Heilige Liturgie feiern.“ In der katholischen Pfarre bestehe durchaus Interesse, einmal selbst an einem orthodoxen Gottesdienst teilzunehmen. Auch ein gegenseitiges Kennenlernen ist geplant.

Die katholische Gemeinde Krems-Lerchenfeld wird weiterhin ihre Sonntagsmesse um 10.15 Uhr feiern, um 11.15 Uhr beginnt die orthodoxe Liturgie. Auch die Taufen zweier Kinder der orthodoxen Gemeinde sind schon geplant. Eine Herausforderung, denn der Lokalaugenschein ergab: Das steinerne Taufbecken der Pfarre ist zu seicht für den orthodoxen Taufritus, bei dem Kinder vollständig eingetaucht werden. Kein Problem für Pfarrer Marksteiner-Ungureanu: Er wird bei Taufen weiterhin eine kleine, transportable Badewanne verwenden.