Mit weißen Bändern gegen Hass und für Zusammenhalt

Bänder gegen Hass und für Zusammenhalt und mehr Liebe

St. Pölten, 15.11.2020 (dsp/mb) Schülerinnen und Schüler mehrerer Kirchen und Religionen gestalten im Religionsunterricht weiße Bänder mit einer persönlichen Friedensbotschaft und knüpfen diese Bänder an das Gitter im Brunnenhof der Diözese in St. Pölten. Unmittelbar nach dem Terroranschlag in Wien starteten die Kirchen und Religionsgemeinschaften in Wien die Initiative „Wir halten zusammen - Glaube verbindet“, dieses Netzwerk wird nun in St. Pölten weitergeflochten.

Die weißen Bänder kann man aber auch an Kirchen, Moscheen, an die Synagoge, an Schulen knüpfen oder als Armbänder selbst tragen oder an Freunde verschenken: Das ist der Grundgedanke der neuen Aktion „Wir halten zusammen – Glaube verbindet!“, mit der ein Kontrapunkt zum Terroranschlag in Wien gesetzt werden soll. Die Initiative geht vom Schulamt der Diözese St. Pölten aus, wird aber auch von der evangelischen, der orthodoxen Kirche und der islamischen Glaubensgemeinschaft mitgetragen.

Der Startschuss der Aktion erfolgte am Freitagnachmittag, dem 13. November im Brunnenhof des St. Pöltner Doms im Beisein von Bischof Alois Schwarz, Schulamtsleiter Josef Kirchner, Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, NÖ-Bildungsdirektor Johann Heuras und Bürgermeister Matthias Stadler. Schülerinnen und Schüler von Religionspädagogin Margit Stoiber knüpften ihre Bänder an das Gitter rund um den Brunnen im Brunnenhof beim Dom zu St. Pölten. Auch die Vertreter der Religionsgemeinschaften knüpften ihre Bänder mit Friedensbotschaften an das Gitter.

„Dass wir hier zusammenstehen, ist ein Ausdruck dafür, dass wir einander mit Respekt begegnen in der gemeinsamen Sorge um den Frieden in unserem Land und Frieden zwischen den Menschen. Wir brauchen eine neue Aufmerksamkeit für Menschen, die in der Nachbarschaft miteinander leben. Wenn die Kinder uns das vorzeigen, mit uns lernen und wir mit ihnen lernen, dann werden sie in eine Gesellschaft hineinwachsen, wo der Mensch in Würde und in Frieden leben kann. Es braucht heute den Einsatz jedes Menschen für jeden Menschen. Wir können das nicht abschieben auf die Politik und nicht auf die Kirchen oder Glaubensgemeinschaften. Es ist jeder Mensch gefragt, ein Mitmensch zu sein. Ich danke dafür, dass wir das hier auch äußerlich zum Ausdruck bringen: Wir stehen zusammen!“, freut sich Bischof Alois Schwarz über den Auftakt dieser gelungenen Aktion.

Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister berichtete auch aus ihrer Situation als Mutter. Denn auch ihre Kinder haben den Terroranschlag in Wien mitbekommen und haben viele Fragen gestellt. „Mein Mann und ich haben beschlossen, ihnen keine Geschichten zu erzählen, sondern ihnen die Wahrheit zu sagen. Wir glauben, dass es gut für sie ist, damit sie damit umgehen können. Ich glaube aber auch, dass es wichtig ist, dass sie weiter Fragen stellen können und aus verschiedenen Richtungen Antworten bekommen. Es gibt nicht die eine und es geht nicht nur um das, was in Wien passiert ist. Es geht überhaupt um die Zeit, in der wir leben. Die ist kompliziert genug mit Corona und all diesen Auswirkungen, mit denen wir in den verschiedensten Formen umzugehen haben. Und deswegen begrüße und unterstütze ich jede Initiative, wo aus verschiedensten Richtungen Leute zusammenfinden, die einander helfen wollen. Denn ich glaube, Hilfe kann es in diesen Zeiten nicht genug geben.“, bedankte sich Teschl-Hofmeister bei den Initiatoren der Aktion.

Kinder und Jugendliche der Diözese St. Pölten, die den katholischen, islamischen, evangelischen und orthodoxen Religionsunterricht besuchen, machten sich Gedanken, wie Friede und Zusammenhalt funktionieren kann. Auch in den nächsten Wochen sind Schulklassen eingeladen, Bänder des Zusammenhaltes zu knüpfen.

Die Gestaltung der Bänder fand vor allem im Religionsunterricht statt. Der Religionsunterricht trägt dazu bei, dass das Leben in St. Pölten und in Österreich gelingt und dass das Gemeinsame und das Verbindende im Vordergrund stehen. Aufgabe der Religionslehrer ist es in besonderer Weise, die Kinder und Jugendlichen in ihren Ängsten und Anfragen, aber auch Hoffnungen zu begleiten und zu unterstützen.