Keine öffentlichen Gottesdienste – Brief von Bischof Schwarz an Priester

Referatsbischof für Pastoral: „Netz des Gebetes“ enger knüpfen

St. Pölten, 13.3.2020 (dsp/kb) Der St. Pöltner Diözesanbischof Alois Schwarz, der innerhalb der Bischofskonferenz Referatsbischof für Pastoral ist, hat sich in einem Brief an die Priester seiner Diözese gewandt. Der Bischof appelliert an die Priester, auch ohne Gemeinde täglich eine Messe „in Stellvertretung und Intention für die Gemeinden und die Menschen zu feiern“. Wichtig sei zu betonen, „dass weiterhin die Kirchen und Kapellen geöffnet sein sollen; es wird dies auch so bleiben.“

Mit dem Beten sollen „Sorgen und Ängste der Menschen vor Gott“ gebracht werden, so der Bischof. Besonders sollen in das Gebet eingeschlossen werden „alle kranken Menschen und jene, die ohne Hoffnung auf Genesung sind, alle jene Menschen, die besonders mit dem Risiko einer Erkrankung konfrontiert sind, und die Menschen in Pflege, Medizin, die Blaulichtorganisationen, die derzeit jeden Sicherheitsabstand überwinden, um konkret zu helfen, sowie alle in Politik und Kirche, die derzeit verantwortungsvolle Entscheidungen treffen müssen und alle Menschen, die mit den besonderen Herausforderungen in dieser Zeit leben.“

Der Bischof ruft seine Priester dazu auf, sich bei den täglichen Messfeiern an fixe Zeiten zu halten und die Glocken einzuschalten, wenn die Messe gefeiert wird, damit sich die Menschen im Gebet verbinden können. „Setzen wir eine neue geistliche und geistige Anstrengung in diese Zeit, eine Aufforderung zum spirituellen Zusammenstehen: Knüpfen wir Beter das Netz des Gebetes enger. Achten wir darauf, dass die Eucharistie zugänglich bleibt. Wir Geistliche können plötzlich freigewordene Zeit mit Gebet und Geist und Sinn füllen, um Menschen in solidarischer Spiritualität zu unterstützen. Das Mitnehmen im Gebet ist eine Herangehensweise, die Menschen zu vertreten, die derzeit keine Gottesdienste besuchen sollen.“

In dem Brief an die Priester schreibt Bischof Schwarz wörtlich: „Wir sind aufgerufen, aufeinander zu schauen, und die Distanz zwischen uns mit Gebet und liebevoller geistiger Zuwendung zu füllen. Ermutigt zum Gebet in den Familien, entzündet Kerzen, hört die Beichte. Mit pastoraler Klugheit und Achtsamkeit werdet ihr die Menschen erreichen. Zeigen wir, dass es Gemeinschaft gibt, ohne konkret miteinander zu sein: Die Gemeinschaft in Christus hält über jede Distanz und Grenze hinweg zusammen. Wir vertrauen auf Gott, wir geben Zeugnis, wir achten aufeinander. Ich sichere Euch allen zu, Euch als Bischof täglich in meinen Gebeten zu begleiten.“

Hier der Brief im Original