Fastensuppenessen mit Jubiläum im NÖ Landhaus

Fastensuppe-Essen

St. Pölten, 3.3.20202 (dsp/kb) Auf die Ernährungssouveränität und die damit verbundene vitale Rolle der Bildung von und mit Frauen wies beim diesjährigen Fastensuppenessen im niederösterreichischen Landhaus die Vorsitzende der katholischen Frauenbewegung der Diözese St. Pölten, Anna Rosenberger, hin. Das erste Fastensuppenessen fand im Jahr 2000 statt -  so fand heuer, 20 Jahre später, wie damals das bereits traditionelle Fastensuppenessen der Katholischen Frauenbewegung im Leopoldisaal des Landhauses statt.

In Vertretung der erkrankten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner empfing und begrüßte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf neben Diözesanbischof Alois Schwarz und Landeshauptmann a.D. Erwin Pröll die beinahe vollzählige Landesregierung, sowie zahlreiche politische und diözesane Fest- und Ehrengäste. Die Arbeit und das Selbstbewusstsein, mit dem im Jahr 2000 unter der damaligen Vorsitzenden Helene Renner gemeinsam mit Landeshauptmann Erwin Pröll die „Institution Fastensuppenessen“ gegründet wurde, hat direkte Auswirkung auf die Frauen in den Pfarren und vor Ort und bestärkt die Bemühungen rund um den Familienfasttag, so die Verantwortlichen unisono. Bischof Alois Schwarz betonte in seiner kurzen Ansprache mit dem Blick auf den Slogan „Teilen spendet Zukunft“, dass wir „Gott dankbar sein dürfen, dass wir überhaupt teilen können“, und bot mit dem Satz „Mit dem Teilen der Liebe Gottes hat die Zukunft begonnen“ einen spirituellen Impuls zum Familienfasttag. Stephan Pernkopf sprach mit Blick auf kirchliche und gesellschaftliche Projekte von der „Konjunktur der Schöpfungsverantwortung“ und dankte der Vertreterin des indischen Frauenprojektes, Ajitha George, für ihren Einsatz um ihr Land, der zeige, dass das Leben vor Ort „ohne Landwirtschaft nicht nachhaltig funktionieren kann“. Ajitha George hatte zuvor in einem kurzen Interview die notwendige Arbeit des Frauenprojektes BIRSA und die Gegebenheiten im Bundesstatt Jharkhand vorgestellt, das heuer im Fokus des Familienfasttages steht. Seitens der Landesregierung wurde anlässlich des Jubiläums des Fastensuppenessens betont, dass diese Tradition selbstverständlich auch in Zukunft weitergeführt wird. 

Das Familienfasttag-Projekt 2020

Im Fokus der Aktion Familienfasttag 2020 steht der Bundesstaat Jharkhand im Nordosten Indiens. Dort wurde bereits um 1920 die erste Eisenmine gegründet. Seitdem greift der Bergbau immer weiter um sich, mit fatalen Folgen für die indigene Bevölkerung und die Umwelt. Zum einen werden Familien direkt umgesiedelt oder vertrieben, zum anderen zerstört der Tagebau Wälder, Land und Gewässer und damit die Lebensgrundlagen der örtlichen ansässigen Dorfgemeinschaften.

Der Familienfasttag unterstütz das Frauenprojekt BIRSA, das seit 1990 agiert. In über 30 Frauenkomitees und knapp 10 Mädchengruppen findet Austausch und Information statt, hier werden Lösungsstrategien und Anbindung geschaffen. Durch Bildungsprojekte werden Frauen gestärkt, um sich aktiv in Dorfgemeinschaften einzubringen. BIRSA ist zudem zu einer Tauschbörse für Saatgut geworden, um von Hybridsaatgut unabhängig zu werden.

Rund 100 Pfarren der Diözese organisieren Benefiz-Suppenessen

Jedes Jahr in der vorösterlichen Fastenzeit gehört das Fastensuppenessen zur guten Tradition der Aktion Familienfasttag. In der Diözese Sankt Pölten beteiligen sich jedes Jahr Frauengruppen aus 100 Pfarren. Statt nach dem Gottesdienst ein üppiges Mahl zu sich zu nehmen, gibt es die Fastensuppe. Dadurch wird gelebte Hilfe für benachteiligte Frauen in Asien, Afrika und Lateinamerika spürbar. Die gespendeten Gelder werden in konkreten Projekten direkt vor Ort für die Verbesserung von Frauen und Kindern in den Ländern des Südens eingesetzt.

Weitere Informationen: www.teilen.at