Erster Covid-Blutplasmaspender ist Pfarrer Daniel Kostrzycki

Pfarrer Kostrzycki beim Blutspenden

St. Pölten, Wieselburg, 9.5.2020 (dsp/mb) „Sie sind unser Erster!“, wird Pfarrer Daniel Kostrzycki in der Blutbank des Landesklinikums St. Pölten empfangen, „und vor allem einer, der sich selbst gemeldet hat“, fügt die freundliche Schwester am Empfang hinzu. Das Referat für Kommunikation durfte Daniel Kostrzycki bei seiner Blutspende begleiten.

Blutspenden ist für Daniel Kostrzycki nichts Neues - ist doch dieses Mal sein 93. Mal, dass er die Blutbank in St. Pölten zum Blutspenden besucht. Doch dieses Mal ist etwas ganz Besonderes. Nach einer überstandenen Corona-Erkrankung hat er Abwehrkörper in seinem Blut gebildet. Und mit dem antikörperreichen Plasma aus seinem Blut möchte er schwerstkranken Covid-Patienten helfen, die Krankheit so gut wie möglich zu überstehen. 

Doch wie kam es dazu?

Der beliebte Pfarrer von Wieselburg wollte die geplante Pfarrgemeinderat-Sitzung Anfang März nicht absagen, obwohl er sich schon leicht kränklich fühlte. Als dann die Sitzung jedoch startete, brach er diese kurz darauf ab - er wusste, er hat eine beginnende Grippe und wollte niemanden anstecken. Am nächsten Tag, mittlerweile hatte er bereits Fieber und Schüttelfrost, meldete er sich bei der Covid-Hotline. Doch die Spezialisten am anderen Ende der Telefonleitung meinten beruhigend zu ihm: „Nein, sie haben nicht Corona, rufen sie ihren Hausarzt.“ Doch diese Auskunft lies den Priester nicht ruhen, insgesamt dreimal rief er die Hotline an, bis er schließlich doch seinen Hausarzt konsultierte, der ihm Antibiotikum verschrieb. Erst als nach einer Woche starkem Schüttelfrost, hohem Fieber und Husten die Symptome nicht nachließen, wurde Kostrzycki positiv auf Covid-19 getestet.

„Wo ich mich infiziert habe, kann ich nicht rekonstruieren, ich weiß es nicht. Aber jetzt bin ich froh, nach überstandener Krankheit, mit meinem Blut anderen Menschen zu helfen“, so Daniel Kostrzycki. Die Belegschaft der Blutbank kennt den beliebten Priester bereits - nach über 90 mal Blutspenden meinten sie: „Wenn wir zur Urlaubszeit Personalmangel haben, dann holen wir sie zu unserer Unterstützung. Sie kennen sich hier ja schon bestens aus!“

Blut spenden

Spender müssen zwischen 18 und 68 Jahre alt sein und ein Körpergewicht von mehr als 50 Kilogramm haben. Mit besonderer ärztlicher Bescheinigung sind auch Spenden im Alter über 68 Jahren möglich.

Alle Spender werden vor der ersten Spende einer ausführlichen ärztlichen Untersuchung einschließlich Anamneseerhebung und Labordiagnostik unterzogen. Bei Mehrfachspendern sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen vorgeschrieben. Ausschlusskriterien nach den Richtlinien sind unter anderem bestimmte bestehende oder durchlebte Infektionskrankheiten, Schwangerschaft, Alkoholkrankheit, Drogenabhängigkeit, schwere chronische Erkrankungen wie Herz- und Gefäßkrankheiten oder bösartige Tumore. 

450 ml Blut wird entnommen - dies dauert in der Regel nur wenige Minuten. „Je nachdem, wie schnell sie bluten“, erklärt die Schwester, die die Nadel gekonnt in den Arm sticht. Nach erfolgter Spende darf man sich eine Prämie aussuchen - entweder Wein, Honig oder Schokolade.

Auch Sie möchten Leben retten?

Blutspenden in der Blutbank des Landesklinikums St. Pölten in der Propst-Führer-Str. 11 ist möglich Mo, Di, Do, Fr 08:00 - 13:00 Uhr und Mi 8:00 - 18:00 Uhr (ausgenommen Feiertage).
Tel.: 02742/9004-10690. Derzeit wird um vorherige telefonische Anmeldung gebeten.

Die Fotostrecke: 

  • Temperaturcheck beim Ankommen
  • Bürokratie - Informationsblatt ausfüllen
  • Kontrolle des Blutes und des Blutdruckes
  • Nach eingehendem Gespräch mit einem Arzt gehts zur Entnahme
  • Nach erfolgreicher Spende wird die Nadel entfernt und die Stichwunde verbunden

Fotos @Diözese St. Pölten