Diözese St. Pölten beging Tag des Judentums

Das Team der Vortragenden

St. Pölten, 17.1.2020 (dsp/mb) Im Bildungshaus St. Hippolyt beging man den Tag des Judentums mit einem Vortragsabend. Seit dem Jahr 2000 wird in Österreich, seit 2006 in St. Pölten unmittelbar vor der Gebetswoche um die Einheit der Christinnen und Christen der Tag des Judentums begangen.

Dr. Gerhard Reitzinger sprach aus Anlass des 20jährigen Jubiläums über die Bedeutung der Beziehung des Christentums zum seinem Wurzelgrund, dem Judentum. Er bot einen Erinnerungsblick in die Veranstaltung zum Tag des Judentums, die seit 2009 unter Zusammenwirken von verschiedenen Veranstaltern (KPH Wien/ Krems Fortbildung Religion, KAV, Philosophisch Theologische Hochschule und Diözesankomitee Weltreligionen und Bildungshaus St. Hippolyt) im Bildungshaus St. Hippolyt stattfinden.

Johannes Kammerer gestaltete den Abend mit eindrucksvoller Klaviermusik jüdischer Komponisten des 20. Jahrhunderts, die zum Teil der Vernichtung in der Shoah zum Opfer fielen.

In ihrem Hauptvortrag ging Univ. Prof.Dr. Susanne Plietzsch vom Zentrum für Jüdische Kulturgeschichte der Universität Salzburg Modellen und Metaphern jüdisch-christlicher Verhältnisse nach. Sie stellte dabei klassische bildliche Darstellungen von Kirche und Synagoge vor und ging den Wurzeln dieser über Jahrhunderte wirkmächtigen, furchtbaren Sichtweisen nach.

Besonderes Augenmerk legte sie auf neueste Forschungen zur Ursprungszeit des Christentums und vor allem darauf, dass das Judentum bis heute bei weitem keine einheitliche Religionsgemeinschaft darstellt, sondern sehr vielfältige kulturelle und religiöse Ausprägungen hatte und hat. Angesichts dieser Einsichten stellt sich die Frage, wie und warum sich das Christentum überhaupt vom Judentum ablöste bzw. sich die Wege damals trennten.

Am Bild: Mag. Johann Bruckner (Vorsitzender Diözesankomitee Weltreligionen), Prof. Thomas Naske (KPH Wien/Krems), Dr. Angelika Beroun-Linhart (KAV), Johannes Kammerer (Musikalische Gestaltung), Prof. Susanne Plietzsch (Hauptvortragende, Zentrum für Jüdische Kulturgeschichte Uni Salzburg), Dr. Gerhard Reitzinger (Pastorale Dienste), Franz Moser (Bildungshaus St. Hippolyt)