Die Eisheiligen kommen - es könnte kalt werden

Tulpenblüte mit Schneehaube

St. Pölten, 11.5.2020 (dsp/mb) Vom 12. bis zum 15. Mai zittern wir immer vor den Wetterkapriolen zur Zeit der Eisheiligen. Diese Tage - auch Eismänner oder gestrenge Herren genannt, zum Abschluss noch die „kalte Sopherl“ - sind die Namenstage von Heiligen im Mai in Mitteleuropa wo es regnen wie aus „Schaffeln“ und noch so richtig kalt werden kann.

Laut Volksglauben wird das milde Frühlingswetter somit erst nach Mitte Mai stabil. Mit den Eisheiligen ist die letzte mögliche Kälteperiode mit Nachtfrostgefahr um Mitte Mai gemeint. „Warte noch die Eisheiligen ab!“, sagten unsere Vorfahren und auch jetzt noch die Gärtner - das soll heißen, mit dem Auspflanzen von Sommerblumen und der Aussaat von empfindlichen Samen bis Mitte Mai abzuwarten.

Früher entzündete man zu dieser Zeit in den Obstwiesen und Weingärten Feuer, um die Blüten und Triebe durch die Wärme und den Rauchnebel, der sich über sie legte, vor Frost zu schützen. Die Annahme beruht wie alle Bauernregeln auf jahrhundertalten Erfahrungen und Beobachtungen, die bereits vor den Wetteraufzeichnungen gemacht wurden.

Pankratius (um 289 - 304) war ein römischer Märtyrer der frühen christlichen Kirche. Über ihn gibt es allerdings keine gesicherten Nachrichten. Seit Kult wird aber seit dem 5. Jahrhundert bezeugt. Er ist der Patron der Erstkommunionskinder und der Kinder allgemein. Aber auch Patron jungen Saat und Blüte; für neue Vorhaben und eine gute Zukunft sowie gegen Meineid, falsches Zeugnis, Krämpfe, Hautkrankheiten und Kopfschmerzen.

Servatius (4. Jahrhundert - 384) dürfte wahrscheinlich aus Armenien stammen und war Bischof von Tongern (zwischen Lüttich und Maastricht): Er ist Patron der Schlosser und Tischler. Er gilt aber auch als Patron bei Fußleiden, Rheumatismus, Fieber, Todesfurcht, Frostschäden, Mäuse- und Rattenplagen sowie das Lahmen von Tieren.

Bonifatius (3. Jahrhundert - 306) sollte in Tarsus Reliquien ausfindig machen. Dort wurde er Christ und erlitt das Martyrium.

Sophia (3. Jahrhundert - 305) stammte aus Rom und erlitt unter Kaiser Diokletian das Martyrium, mehr ist über sie leider nicht bekannt. Vor allem im österreichischen Raum rundet sie als „kalte Sophie“ die drei Eisheiligen ab. Sie ist Patronin gegen Spätfröste und für das Wachsen der Feldfrüchte.

Ein paar Bauernregeln:

Geh´n die Eisheiligen ohne Frost vorbei,
singen die Bauern und Winzer Juchhei.

Pankrazi, Servazi, Bonifazi
sind drei frostige Bazi,
und zum Schluss fehlt nie
die kalte Sophie.

Was die drei Wetterheiligen nicht verderben,
wird nicht mehr an großer Kälte sterben.

Wer sein Schaf schert vor Servaz,
dem ist die Wolle lieber als sein Schaf.

Manche Pflanze wird nicht alt,
denn die Sophie liebt es kalt.