Die besonderen drei Tage vor Christi Himmelfahrt

Bittage und Feldersegnung - eine lange Tradition

St. Pölten, 19.5.2020 (dsp/mb) Die Bitttage sind Gebets- und Prozessionstage an den drei Tagen vor dem Fest Christi Himmelfahrt. Die Woche, in der die Bitttage liegen, wird auch als Gangwoche, Betwoche oder Bittwoche bezeichnet. Die Bitttage in der Phase des Wachstums der Feldfrüchte zwischen Aussaat und Ernte haben ursprünglich eine agrarische Ausrichtung.

Entstehung

Die Tradition der Bitttage und Bittprozessionen geht bereits auf das 4. Jahrhundert zurück, als in Rom eine große Bittprozession über die Felder am Markustag (25. April) eingeführt wurde.

Im späten 5. Jahrhundert ordnete Bischof Mamertus von Vienne nach einem Erdbeben und Missernten in Südfrankreich drei Sühnetage vor Christi Himmelfahrt an, die mit Fasten und Bittprozessionen verbunden waren.

Dieser Brauch wurde im 8. Jahrhundert für die ganze römische Kirche übernommen. Die Menschen baten Gott um Gnade, um Fruchtbarkeit für Feld und Flur, um Bewahrung vor Hagel, Frost und anderen Unwettern. Bis heute sind die Bitttage in vielen Orten gelebte Tradition, entweder an einem oder an mehreren Tagen vor Christi Himmelfahrt.

 Die Kirche betet an diesen Tagen „für die mannigfachen menschlichen Anliegen, besonders für die Früchte der Erde und für das menschliche Schaffen“; damit ist traditionell auch der Wettersegen verbunden. Denn Christen vertrauen sich in frohen und schweren Stunden Gott an, von dem sie sich letztendlich abhängig wissen. Im Gebet tragen sie ihm ihre Sorgen und die Not und Angst der ganzen Menschheit vor, im Bewusstsein, dass Gott letztendlich alles zum Guten führen wird.

In Dänemark ist ein Bitttag immer noch ein nationaler Feiertag - früher auch in Norwegen und Island. Dieser Feiertag, „Store Bededag“, ist heute immer der vierte Freitag nach Ostern.