Der Heilige Antonius - mit dem wir Verlorenes wiederfinden

Hl. Antonius predigt den Fischen - Foto: ökum. Heiligenlexikon - Joachim Schäfer

St. Pölten, Padua, 12.6.2020 (dsp/mb) Am 13. Juni feiern wir den Gedanktag des Hl. Antonius von Padua. Der heiligen Antonius ist in der ganzen Welt auch als der Heilige bekannt, der Verlorenes wiederfindet: die alltäglichen Dinge, mehr oder weniger wichtige Dokumente, aber auch den Glauben.

Antonius von Padua (lat. Antonius Patavinus, Taufname Fernandus;  geboren um 1195 – wobei sein genaues Geburtsdatum unbekannt ist (traditionell wird der 15. August angegeben) in Lissabon; verstorben am † 13. Juni 1231 in Arcella bei Padua, zuweilen auch Antonius von Lissabon genannt, war ein portugiesischer Ordenspriester des Franziskanerordens. Er wird in der römisch-katholischen Kirche als Heiliger und Kirchenlehrer verehrt.

Das Leben des Heiligen

Antonius wurde in eine portugiesische Adelsfamilie hineingeboren. Mit 15 Jahren wurde er Augustiner-Chorherr. Er studierte in Lissabon und Coimbra und empfing die Priesterweihe. 1220 trat er zu den Franziskanern über und nahm den Namen des spätantiken Wüstenvaters Antonius Eremita an, des Patrons der Kirche, an der die Franziskanergemeinschaft in Coimbra tätig war.

Eine Zeitlang lebte er als Einsiedler bei Assisi und nahm 1221 am Generalkapitel der Franziskaner teil, wo er den Ordensgründer Franz von Assisi kennenlernte.

Antonius fiel durch seine außergewöhnliche Redebegabung auf. Daher wurde er im Herbst 1223 beauftragt, in der Romagna zu predigen, die zu dieser Zeit von politischen Unruhen erschüttert wurde und aus kirchlicher Sicht durch die Ausbreitung der vom katholischen Glauben abweichenden Glaubensrichtungen der Katharer und Waldenser bedroht war.

Verehrung

Es ranken sich zahlreiche Legenden rund um sein Leben. Schon zu Lebzeiten wurden ihm zahlreiche Wunder nachgesagt, so etwa die den Fischen gehaltene Predigt nahe der Stadt Rimini: da sein Versuch, den Stadtbewohnern eine Predigt gegen die Lehren der Katharer zu halten, fehlschlug, richtete der Heilige seine Worte am Ufer des Meeres an die Fische, die ihm der Überlieferung zufolge genauso andächtig zuhörten wie dem heiligen Franz von Assisi die Vögel.

Antonius wurde auf stürmisches Verlangen des Volkes bereits elf Monate nach seinem Tod am 30. Mai 1232 von Papst Gregor IX. heiliggesprochen, die bislang kürzeste Dauer eines Heiligsprechungs-prozesses. Am 16. Januar 1946] wurde Antonius von Papst Pius XII. zum Kirchenlehrer erhoben. Die ursprünglich auf den Raum Padua und den Franziskanerorden beschränkte Verehrung breitete sich vor allem im 14. und 15. Jahrhundert aus und erreichte im 16. Jahrhundert ihren Höhepunkt.

Über dem Grab des hl. Antonius in Padua erhebt sich die mächtige Basilica di Sant’Antonio, die viele Kunstschätze und Reliquien enthält. Diese Kirche ist seit Jahrhunderten Ziel vieler Pilger. Dort befindet sich unter anderen die Reliquie der Zunge des hl. Antonius, die bei der Erhebung der Reliquien des Heiligen im Jahre 1263 in Anwesenheit des später ebenfalls zum Kirchenlehrer erhobenen hl. Bonaventura unversehrt vorgefunden worden sein soll.

„Schlampertoni“

Der Hl. Antonius ist Schutzpatron der Städte Padua, Lissabon, Paderborn, Hildesheim und Menden (im deutschen Sauerland) sowie der Bäcker, Schweinehirten, Bergleute, Reisenden und Sozialarbeiter. Er wird bei Unfruchtbarkeit, Fieber, Pest, Schiffbruch, Kriegsnöten, Viehkrankheiten und auch für das Wiederauffinden verlorener Gegenstände - daher der scherzhafte Beiname „Schlampertoni angerufen. Ebenso soll er bei der Partnersuche helfen, wozu z. B. Single-Wallfahrten nach Padua angeboten werden. Zudem soll er zu einer guten Geburt, zum Altwerden, zu einer guten Ernte und zum reichen Pilzfund – die Pilzesucher grüßen sich auch mit dem Gruß „Antonius behüt´“. Er gilt auch als Schutzheiliger der Frauen und Kinder, der Liebenden, der Ehe, der Pferde und Esel. Besonders bekannt ist sein Patronat über die Armen: unter dem Namen „Antoniusbrot“ werden Spenden für Notleidende gesammelt.

Das folgende Gebet an den heiligen Antonius soll genau dem helfen, der etwas verloren hat:

Glorreicher heiliger Antonius, du hast die göttliche Macht ausgeübt, verlorene Dinge wiederzufinden.
Hilf mir, die Gnade Gottes wiederzuerlangen und mach mich stark im Dienst an Gott und an den Tugenden.
Lass’ mich das Verlorene wiederfinden und zeige mir so deine Güte.

Lieber heiliger Antonius, glorreicher Diener Gottes,
du bist berühmt für deine Verdienste und Wunder,
hilf uns, die verlorenen Dinge wiederzufinden;
lass uns in der Versuchung deine Hilfe erfahren
und erleuchte uns den Pfad auf der Suche nach dem Willen Gottes.
Hilf uns, das Leben in der Gnade wiederzufinden, das die Sünde zerstört hat
und führe uns zur Ehre, die uns Christus versprochen hat.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.
Amen.

Bauernregel

  • „Wenn Sankt Anton gut Wetter lacht, Sankt Peter (29. Juni) viel ins Wasser macht.“
  • „Regnet’s am Antoniustag, wird’s Wetter später, wie es mag.“