4. Mai - Gedenktag des Hl. Florian

Hl. Florian in der Franziskanerkirche St Pölten

St. Pölten 4.5. 2020 (dsp/mb) Der Heilige Florian wurde in Cannabiaca - dem heutigen Zeiselmauer bei Tulln geboren und starb wahrscheinlich am 4. Mai 304 als Märtyrer in Lauriacum, dem heutigen Lorche - ein Ortsteil von Enns in Oberösterreich. Florian war Amtsvorsteher des Statthalters der römischen Provinz Ufer-Noricum, Aquilinus. Nach seiner Pensionierung - möglicherweise erfolgte sie, weil Florian Christ geworden war - lebte er in Aelium Cetium - dem heutigen St. Pölten. 

In der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian kam Statthalter Aquilinus nach Lauriacum, um die Christen auszuforschen. 40 Christen wurden ergriffen und nach vielen Martern eingesperrt. Florian erfuhr davon und eilte nach Lauriacum, um ihnen gegenüber seinem früheren Vorgesetzten beizustehen. Aber Aquilinus ließ auch ihn verhaften, da er sich weigerte, dem Christentum abzuschwören. Er wurde der Überlieferung nach mit Knüppeln geschlagen, seine Schulterblätter mit geschärften Eisen gebrochen, schließlich wurde er zum Tod verurteilt und mit einem Stein um den Hals von einer Brücke in die Enns gestürzt. Die 40 Bekenner, die Märtyrer von Lorch, starben im Kerker.

Die Überlieferung berichtet, dass zunächst niemand bereit war, die Hinrichtung an Florian zu vollziehen. Schließlich stieß ein Soldat ihn doch mit einem Mühlstein um den Hals ins Wasser; als der Soldat dem Ertrinkenden nachschauen wollte, erblindete er - nach anderer Überlieferung erblindete allerdings nicht der Henker, sondern Florian. Florian sei dann wieder aufgetaucht, die Leiche von den Wellen auf einen Felsen geworfen und von einem Adler mit ausgebreiteten Flügeln bewacht worden, um sie vor Schändung durch die Heiden zu bewahren. In der folgenden Nacht erschien Florian demnach Valeria, einer frommen Frau, mit der Aufforderung, ihn zu bestatten, was diese auf ihrem Landgut - an der Stelle des heutigen Stiftes der Augustiner-Chorherren in St. Florian - umgehend tat. Die Ochsen, die den Leichnam beförderten, seien vor Durst völlig ermattet, worauf auf wunderbare Weise eine Quelle entstand - der noch heute fließende “Floriansbrunnen”.

Am Ort der Quelle in St. Florian sollen viele Wunder geschehen sein: böse Geister wurden ausgetrieben, Fiebrige geheilt, Kranke, die hofften, erlangten Barmherzigkeit; deshalb wurde dort die 1116 geweihte Kapelle St. Johannes errichtet.

Über Florians Grab wurde zunächst wohl eine Holzkapelle erbaut. Im 8. Jahrhundert entstand über der vermutlichen Grabstätte das Augustiner-Chorherrenstift St. Florian. Reliquien von Florian gelangten der Überlieferung nach im 5. Jahrhundert - nach anderen Legenden erst im 8. Jahrhundert - nach Rom. Von dort aus wurden Reliquien - deren Echtheit nicht zu beweisen ist - 1184 König Kasimir von Polen geschenkt und nach Krakau überführt, heute wird ein Silberreliquiar mit dem Unterarm und der rechten Hand in der Florians-Kirche in Krakau gezeigt.

Weitere Reliquien sind in der Pfarrkirche in Zeiselmauer und im Stift St. Florian. 1968 überbrachte der damalige Kardinal Karol Wojtyla - der spätere Papst Johannes Paul II. - eine Florian-Reliquie nach Österreich, sie liegt in der St. Laurenz-Kirche in Lorch; die Kirchen von Zeiselmauer und Lorch gehören zu den ganz wenigen Kirchen Österreichs, die direkt über römischen Heiligtümern errichtet wurden; in Zeiselmauer wurde 1981 das römische Fahnenheiligtum in der Unterkirche freigelegt. Die Gebeine der anderen 40 Märtyrer wurden erstmals 1900 in der Basilika in Lorch aufgefunden und nach ihrer Erforschung und dem Ausweis ihrer Echtheit 1968 im Altar der Basilika neu beigesetzt.

Florian ist der erste österreichische Märtyrer und Heilige und er ist einer der 14 Nothelfer.

Noch ein paar Sprüche und Bauernregeln rund um den Hl. Florian:

Oh heiliger Sankt Florian, verschon unser Haus, zünd´ andere an!

Florian und Gordian (10.5.) richten oft noch Schaden an.

War´s an Ambrosius (4.4.) schön und rein, wird´s an Florian noch wilder sein.