25. Juli – Gedenktag des Hl. Jakobus

St. Pölten, 24.7.2020 (dsp/mb) Viele Pilger gehen den Jakobsweg nach Santiago de Compostela, oder auch nur Abschnitte dieses berühmten Pilgerweges. Im Diözesangebiet wurden viele Kirchen dem Hl. Jakobus geweiht – darunter Höhenberg, Siebenlinden, Messern, Neupölla, Brunn im Felde, Artstetten, Nöchling, Ottenschlag, Aigen, Kautzen, Echsenbach, Marbach am Walde, Altmelon, Neustadtl an der Donau, Zeillern, Rossatz, Kürnberg, Reidling, Hohenberg, Böheimkirchen, Königstetten. Insgesamt sogar knapp 5 Prozent aller Pfarrkirchen im St. Pöltner Diözesangebiet.

Die Geschichte des Hl. Jakobus des Älteren

Gemeinsam mit seinem Bruder Johannes wurde Jakobus von Jesus zum Apostel berufen. Sie gehörten mit Petrus zum engeren Kreis um Jesu, die z.B. bei der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor zugegen waren. Die Überlieferung berichtet, dass Jakobus der Ältere in Jerusalem und in Samaria gewirkt habe, aber einer Legende nach auch in Spanien. Als erster der Apostel erlitt er am Osterfest des Jahres 43 oder 44 unter König Agrippa I. das Martyrium durch das Schwert. Später sollen seine Gebeine auf den Sinai gebracht worden sein, wo man dafür das Jakobuskloster (heute Katharinenkloster) errichtete. Um sie vor dem Zugriff der Sarazenen zu retten, sollen die Gebeine im 8. Jahrhundert nach Spanien gebracht worden sein. Vom 10. Jahrhundert an entwickelte sich daraus der berühmte Wallfahrtsort Santiago de Compostela. Das bekannteste Attribut des Heiligen ist die Jakobsmuschel.

Der Hl. Jakobus ist der Patron der Krieger, Arbeiter, Lastenträger, Seeleute, Hutmacher, Strumpfwirker, Wachszieher, Kettenschmiede, Apotheker und Drogisten; der Pilger und Wallfahrer, für das Wetter, für Gedeihen der Äpfel und Feldfrüchte sowie gegen Rheumatismus.

Der Jakobsweg

Auf rund 800 km führt der berühmteste Jakobsweg von den Pyrenäen quer durch Nordspanien bis nach Santiago de Compostela. Nicht erst seit Hape Kerkelings Buch „Ich bin dann mal weg“ genießt der historische Pilgerweg große Bekanntheit, denn er entstand bereits im Hochmittelalter. Heute ist er mit einer umfangreichen Infrastruktur für Durchreisende und einer besonderen Atmosphäre durch die allgegenwärtige Pilgergeschichte und -symbolik aufgeladen. Der Jakobsweg zwischen Saint-Jean-Pied-de-Port und Santiago de Compostela ist eine Entdeckungsreise für Körper und Seele – ein Abenteuer auf das sich Jahr für Jahr Pilger aus aller Welt einlassen. Begegnungen am Wegesrand, einige der anziehendsten Städte Nordspaniens und abwechslungsreiche Landschaften, wie die majestätischen Pyrenäen, die üppigen grünen Täler Galiciens oder die schier unendlichen Weiten der Getreidefelder auf der Meseta sind nur einige Highlights unter vielen, die Sie erwarten. Was auch immer Ihre Gründe sind, auf dem Jakobsweg zu pilgern, der Geist des Camino wird auch Sie in seinen Bann ziehen.

Die letzten 100 Kilometer: von Sarria nach Santiago

Wenn man in die Pilgeratmosphäre eintauchen möchte und eine Urkunde, die Compostela, in Santiago erhalten möchte, jedoch gerade nicht ausreichend Zeit oder Ausdauer für den ganzen Weg hat, dann ist womöglich der letzte Abschnitt des Camino Francés ab Sarria interessant: Auf den letzten einhundert Kilometern treffen verschiedene Routen des Jakobsweges zusammen, alle mit dem gemeinsamen Ziel: Santiago de Compostela. Die Pilgerhauptstadt ist nur ein Highlight der Reise. Unterwegs erlebt man das grüne Galicien mit seiner sanften Hügellandschaft und vielen Gutshöfen. Wer möchte, kann seine Erlebnisse fast immer mit anderen Pilgern teilen - auf den letzten 100 km geht es stets gesellig zu, weshalb der Abschnitt auch für Alleinreisende zu empfehlen ist.

Bildnis im St. Pöltner Diözesanmuseum

Das Bildnis des Hl. Jakobus aus dem St. Pöltner Diözesanmuseum, es stammt ursprünglich aus Zöbing, ist Öl auf Leinwand im Holzrahmen mit vergoldeter Innenleiste aus dem 3. Viertel des 18. Jahrhundert und wird in deren Datenbank so beschrieben: „Die Serie von neuen Apostelbildnissen folgt einem einheitlichen Konzept und umfasste ursprünglich wahrscheinlich 12 Bilder. Die Apostel sind jeweils in einem knappen Brustausschnitt, in leicht gedrehter Körper- und Kopfhaltung, das zugehörige Attribut in den Händen haltend, dargestellt. Die verschiedenen Handlungsvarianten verleihen der Serie eine gewisse Unmittelbarkeit und Abwechslung, die in den Kopftypen weitgehend vermisst wird. Die Bilder zeichnen sich durch sehr einheitliche Farbigkeit mit überwiegend dunklen Farben aus, wobei vor allem warme Braun- und Rottöne vorherrschen. Diese Farbigkeit und zum Teil auch die lockere Malweise an den Gewändern entspricht weitgehend der Art des Kremser Schmidt, die Kopftypen der Apostel hingegen können nicht als für ihn charakteristisch bezeichnet werden, in den gesicherten Werken des Künstlers sind sie in einer wirklich vergleichbaren Art und Weise nicht zu finden. Sie weisen eher in die Nachfolge der von Paul Troger entwickelten Typen.