1. Mai - Gedenktag „Josef der Arbeiter“

Ziehvater Josef

St. Pölten, 1.5.2020 (dsp/mb) Ein einfacher Zimmermann aus Nazaret wurde zum wohl berühmtesten Ziehvater der Geschichte: Doch die Bibel berichtet nicht allzu viel über den heiligen Josef. Was also weiß man über den Mann, der den Gottessohn großzog?

Josef, der Zimmermann. Josef, der an der Krippe die Laterne hält. Josef, der Ziehvater Jesu. Das sind womöglich die Bilder, die viele von ihm vor Augen haben werden. Vielleicht auch: Josef als alter Mann mit dichtem Bart. Denn so oder so ähnlich zeigen ihn viele Darstellungen. Ein Grund für die Vorstellungen von einem betagten Josef könnte sein, dass er eine bewegte Vergangenheit hatte.

Klein und dunkelhaarig?

Ein paar Anhaltspunkte dafür, wie wir uns Josef vorzustellen haben, gibt es dennoch. So spricht seine Herkunft aus dem südlichen Mittelmeerraum dafür, dass Josef dunkelhaarig und von nicht sehr großer Statur war. Sein Beruf als Zimmermann weist auf einen kräftigen Körperbau, vor allem aber auf starke Hände und Arme hin ein recht deutliches Bild zusammenfügt. Es ist jedoch lediglich das äußere Bild eines Mannes.

Über das Innenleben Josefs verrät die Bibel noch weitaus weniger. Man erahnt nur, dass er sehr gerecht gewesen sein muss: der Josef, der nicht auf seinem Recht beharrt, mit Maria als Ehefrau zusammenzuleben. Der Mann, der ein Kind, dessen leiblicher Vater er nicht ist, als seinen Sohn aufzieht und ihm die Liebe eines Vaters schenkt.

Josefs Tod ist an keiner Stelle der Bibel explizit erwähnt. In dem Jahr, in dem Jesus seinen zwölften Geburtstag feiert, pilgert Josef mit seiner Familie zum Osterfest nach Jerusalem. Danach verschwindet die Figur des Josef. Die Forschung vermutet, dass sein Todeszeitpunkt zwischen der gemeinsamen Wallfahrt und dem öffentlichen Auftreten von Jesus liegen muss.

Gedenktag 1. Mai

Neben dem Josefstag am 19. März wird seit 1955 auch der 1. Mai als „Josef der Arbeiter“ gefeiert. Papst Pius XII. hat den seit 1889 als „Kampftag der Arbeiter“ begangenen Tag als Zeichen der Aussöhnung mit der Arbeiterschaft eingeführt. Damit soll der Heilige geehrt, aber auch die Würde der menschlichen Arbeit bewusst gemacht werden. Josef ist Patron der gesamten Kirche, von Mexiko, Philippinen, Kanada, Peru, der Steiermark, von Kärnten, Tirol, dem Bistum Osnabrück und des Erzbistums Köln. Ausserdem ist er der Patron von Ehepaaren und der Familien, der Kinder und Jugendlichen, von Erziehern, Zimmerleuten, Holzfällern, Tischlern, Handwerkern, Arbeitern und  Ingenieuren. Ausserdem ist er der Schutzheilige in Wohnungsnot, in Versuchungen und in verzweifelten Lagen und auch für einen friedlichen Tod.