Stephanus - der erste Märtyrer

Kirchenfenster Stephansdom Wien

St. Pölten, 26.12.2019 (dsp/mb) Die Kirche gedenkt am Tag nach Christi Geburt des ersten Märtyrers. Ein Blick auf die Geschichte des heiligen Stephanus erklärt, warum.

Dass er etwas Besonderes ist, erkennt man schon an seinem Platz im Heiligenkalender: Direkt nach Weihnachten gedenken wir des Heiligen Stephanus - der um das Jahr 40 wegen seines Glaubens zu Tode gesteinigt wurde - als erster Märtyrer des Christentums. Es wird angenommen, dass Stephanus ein Jahr nach Christi Geburt in Jerusalem zur Welt kam. Erst als er etwa um sein 30. Lebensjahr in der Urgemeinde seiner Heimatstadt aktiv wurde, begann er Geschichte zu schreiben.

Ausgangspunkt von Stephanus Engagement in der Urgemeinde war der Konflikt zwischen Hellenisten und Aramäern, der um die notwendige Versorgung von Witwen ging. Um diesen Streit zu schlichten, baten die Apostel die Gemeinde, "sieben Männer von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit" auszuwählen, damit diese als Diakone die sozialen Aufgaben der Urgemeinde, darunter die Betreuung der Witwen, übernehmen. Die erste Wahl fiel auf Stephanus.

Dabei geriet Stephanus wiederum in Konflikt mit den Juden. Dabei wird aber deutlich, dass die Juden dem redegewandten Diakon nicht gewachsen waren. Um ihn loszuwerden, setzten sie die Behauptung in die Welt, Stephanus habe sich der Gotteslästerung, also des Hochverrats, schuldig gemacht.

Lange Verteidigungsrede

Vom Hohepriester zur Rede gestellt, antwortete Stephanus mit einem der längsten Monologe der Bibel. Er bekannte sich mit flammenden Worten zum christlichen Glauben und warf seinen Anklägern vor, sich dem Heiligen Geist widersetzt, die Propheten verraten und die durch Moses überbrachten Gebote missachtet zu haben. Als Stephanus zum Ende seiner Rede zum Himmel blickte und "die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen" sah, umringte ihn die Menge, trieb ihn vor die Stadt, verurteilte ihn als Gotteslästerer und steinigte ihn.

Heiligenverehrung

Erst nach der Wiederentdeckung seiner Reliquien um das 5. Jahrhundert begann die Verehrung von Stephanus als erstem Märtyrer der Christenheit. Die Gebeine vom Heiligen Stephanus wurden der Überlieferung nach im Jahr 560 in der Krypta der Kirche Sankt Laurentius vor den Mauern in Rom bestattet.

Gedenktag: 26. Dezember

Der Hl. Stephanus Patron von Rom, Patron der Erzdiözese Wien, Schutzheiliger der Pferde, Pferdeknechte, Kutscher, Steinhauer, Maurer, Zimmerleute, Weber, Schneider; er wird angerufen gegen Besessenheit, Steinleiden und Kopfweh sowie für einen guten Tod.