Lasst uns froh und munter sein….

Hl. Nikolaus @kirche und leben

Gedenktag des heiligen Nikolaus

St. Pölten, 6.12.2019 (dsp/mb) „Äpfel, Nüss´ und Mandelkern, essen alle Kinder gern“, oder „Lieber Nikolaus, komm in unser Haus! Schenk den kleinen Kindern was. Die Großen, die lass laufen, die soll´n sich selber was kaufen.“, oder auch „Lasst uns froh und munter sein, ...“. Wer kennt nicht das eine oder andere Sprüchlein oder Liedchen zum Nikolaustag?

Eine Legende berichtet, wie Nikolaus einem armen Vater zur Aussteuer für seine heiratsfähigen Töchter verhalf. Da der Vater kein Geld besaß, musste er die Mädchen auf die Straße schicken, wo sie sich ihr Geld selbst verdienen sollten. Als Nikolaus davon hörte, war er voll Mitleid. Er warf dem Vater in drei Nächten drei Goldklumpen in die Stube. So kamen die drei Mädchen zu ihrer Aussteuer und konnten wenig später heiraten.
In einer anderen Version der Legende heißt es, Nikolaus habe das Gold durch den Schornstein direkt in die Strümpfe der Mädchen geworfen, die am Kamin zum Trocknen hingen.

Tatsache ist aber, dass der heilige Nikolaus im 4. Jahrhundert lebte und Bischof von Myra in Kleinasien, der heutigen Türkei, war. Im 11. Jahrhundert wurden seine Gebeine vor den Sarazenen nach Bari in Italien in Sicherheit gebracht. Dort ruhen sie heute noch. Über den heiligen Nikolaus als Freund der Kinder und Schutzheiligen der Schiffer und Kaufleute gibt es zahlreiche Legenden. Wegen seiner Freigebigkeit und Hilfsbereitschaft wurde er vom ganzen Volk verehrt und geliebt.

Zur Erinnerung an den guten Bischof von Myra stellen die Kinder am Vorabend des Nikolaustages Schuhe oder Stiefel vor die Tür oder hängen Strümpfe an den Kamin. In vielen Familien ist es üblich, dass ein naher Verwandter oder Freund, oder auch ein ehrenamtlicher Mitarbeiter einer Pfarre als Nikolaus auftritt, von den guten und weniger guten Taten der Kinder berichtet und kleine Geschenke und Süßigkeiten aus seinem großen Sack verteilt.

Früher erhielten die Kinder vom Nikolaus noch einen Streich mit der Rute. Das war ursprünglich keine Strafe, sondern eine Segensgeste: die Rute als der lebendige Zweig, der bei der Berührung Fruchtbarkeit verheißt. Mit der Zeit vergaß man diesen Sinn der Rute, sie wurde zur Bestrafung der Kinder missbraucht.