Nikolaus
 
 

Kirchliche Umweltbeauftragte Österreichs trafen sich in Salzburg

Von links: Isabella Uhl-Hädicke, Bischof Alois Schwarz, Helga Kromp-Kolb, Hemma Opis-Pieber, Kathrin Muttenthaler, Superintendent Olivier Dantine, Anna Kirchengast. © eds/pernkopf

Die „Sieben Drachen der Untätigkeit“ bekämpften die kirchlichen Umweltbeauftragten Österreichs im Bildungshaus St. Virgil in Salzburg mit einem hochkarätig besetzten Symposium.

St. Pölten, Salzburg 16.10.2019 (dsp/mb) 120 Personen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kirchen, Schule und Nachhaltigkeitsorganisationen beschäftigten sich beim Symposium Schöpfungsverantwortung mit der Frage: „Wie kommen wir vom Wissen zum wirksamen Handeln?“

Referatsbischof Alois Schwarz verwies auf die in der Enzyklika Laudato Si‘ entfaltete christliche Schöpfungsspiritualität. Referentin Helga Kromp-Kolb benannte „Hürden und Hoffnungszeichen“ im Umgang mit der Erderwärmung. Alle Fakten seien auf dem Tisch, sowohl auf der individuellen als auch auf der globalen Ebene seien es immer Menschen, die die Entscheidungen träfen. Auf der individuellen Ebene referierte sie über die von Robert Gifford so genannten „sieben Drachen der Untätigkeit“, die von der begrenzten Wahrnehmung über mangelndes Vertrauen zu Experten bis hin zu eingefahrenen Gewohnheiten reichten. Kromp-Kolb plädierte für eine Stärkung der intrinsischen Werte: „Ich bin bereit, etwas zu tun, obwohl ich selbst keinen unmittelbaren Nutzen daraus ziehe.“ Nicht weniger als ein Kulturwandel sei gefordert.

Die Umweltpsychologin Isabella Uhl-Hädicke präsentierte erfolgreiche Kommunikationsstrategien in Bezug auf den Klimawandel. Das Wachrütteln mit bedrohlichen Bildern und Informationen funktioniere nur bedingt. Zentral sei die Erfahrung der Selbstwirksamkeit: „Wenn ich umweltfreundliches Verhalten als positiv erlebe und durch Vorbilder und Mitmachende gestärkt werde, erhöht das die Chance auf Veränderung meines Lebensstils.“

Moderator Armin Staffler brachte im wahrsten Sinn des Wortes Bewegung in die Veranstaltung. Mit kreativen Methoden wurden die „inneren Ratgeber“, die uns entweder zu schädlichem oder zu hilfreichem Verhalten ermutigen, analysiert. Staffler meinte, „Wir lernen am meisten, wenn wir aus dem Gleichgewicht geraten …“.

Die Workshops am Nachmittag wurden u.a. von klimaaktiv, dem Lebensart-Verlag und Klimabündnis Österreich gestaltet. Weitere Themen waren: das Miteinander von Mensch und Tier, ökologische Spiritualität und das kirchliche Umweltmanagement EMAS.

Aus der Diözese St. Pölten reisten mit Bischof Alois Schwarz Richard Demattio (Pfarre Gobelsburg), Familie Hafellner (Pfarre Langegg im Waldviertel), Maria Reisinger (Jugendhaus Stift Göttweig) Erwin Burghofer, Silvia Scholz und Axel Isenbart (Ökofaires Team der Pastoralen Dienste). Umweltreferent Axel Isenbart war zugleich auch als Referent am Nachmittag tätig.

Im Bild v.l.n.r.: Isabella Uhl-Hädicke, Bischof Alois Schwarz, Helga Kromp-Kolb, Hemma Opis-Pieber, Kathrin Muttenthaler, Superintendent Olivier Dantine, Anna Kirchengast.
Foto: © eds/pernkopf