Katholische Aktion: Eugenische Indikation endlich streichen

Bild: fairändern.at

Sankt Pölten, 27.03.2019 (KAP/dsp) Die Katholische Aktion Österreich unterstützt das Anliegen der Bürgerinitiative #fairändern, die Möglichkeit einer Abtreibung von Kindern wegen Behinderung bis knapp vor der Geburt („eugenische Indikation“) zu streichen und Frauen im Schwangerschaftskonflikt mehr Hilfen anzubieten.

In den vergangenen Jahren sei dieses Anliegen mehrfach ins Parlament gebracht worden, es sei dort aber nicht entsprechend weiterverfolgt worden, hieß es am Dienstag kritisch in einer Aussendung.

KAÖ-Präsident Leopold Wimmer hielt wörtlich fest: „Auch wenn es den erwarteten Gegenwind von bestimmten Gruppierungen gibt: Das Anliegen, vor allem die Spätabtreibungen von voll entwickelten Kindern wegen Behinderung, die bis zum neunten Monat erlaubt sind, zu überdenken, hat nichts an Aktualität verloren.“

Ins Rollen gebracht hatte die Diskussion rund um die Abtreibungsregelungen die Bürgerinitiative #fairändern mit sechs zentralen Forderungen. Zu diesen gehören unter anderen die Einführung einer Abtreibungsstatik und einer anonymen Motivforschung, bessere Beratungs- und Unterstützungsangebote für Schwangere, die Streichung der eugenischen Indikation, sowie Maßnahmen der Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung. Knapp 60.000 Österreicher haben die Petition unterschrieben, am 13. Februar 2019 wurde sie erstmals im Petitionsausschuss behandelt.

„Gerne wird über Gleichbehandlung und Inklusion von Menschen mit Behinderung gesprochen und darüber, dass Kinder das höchste Gut unserer Gesellschaft seien. Dies gilt jedoch offenbar nur für geborenes Leben“, gab KAÖ-Vizepräsident Armin Haiderer in der Aussendung zu bedenken und weiter wörtlich: „Die eugenische Indikation ist nach wie vor eine tiefe Wunde in unserer Gesellschaft und ihre Abschaffung ist endlich ernsthaft anzudenken.“

Gleichzeitig warnte Haiderer davor, Richter über die Betroffenen zu spielen. Es gelte vielmehr, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu ändern: von der Umsetzung von flankierenden Maßnahmen, insbesondere der Einführung einer verpflichtenden unabhängigen Beratung, bis hin zum Ausbau der Unterstützung bei einem behinderten Kind.

„Es sollen durch Unterstützung und Hilfe Rahmenbedingungen geschaffen werden, die auch in schwierigen Situationen ein Ja zum menschlichen Leben ermöglichen“, so Haiderer.

KAÖ-Präsident Wimmer bekräftigte in der Aussendung abschließend den Standpunkt der Katholischen Aktion: „Es brauche eine stärkere Unterstützung unabhängiger Beratung für Betroffene, eine mindestens dreitägige Bedenkzeit und ein stärkeres Bewusstmachen von Alternativen zur Abtreibung“. Nicht zuletzt sei in Österreich eine anonyme statistische Erfassung der Zahl der Abtreibungen und der Motive dafür „schon längst überfällig“.

Menschliches Leben bedürfe grundlegender Wertschätzung, „die vor allem dort zum Ausdruck kommen soll, wo es besonders gefährdet und bedroht ist“, so Wimmer.