Nikolaus
 
 

Jubiläumstagung „50 Jahre Diakonat“

Weihbischof Anton Leichtfried  Foto: Serge Claus

St. Pölten, Wiener Neustadt 15.10.2019 (KAP/dsp) In Österreich gibt es derzeit laut einer aktuellen Statistik 746 Ständige Diakone, Tendenz steigend. Davon wirken 90 in der Diözese St. Pölten. Ein Ausbildungszyklus zum Ständigen Diakon läuft derzeit ebenfalls. Das Diakonat war vom Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) als eigene und beständige hierarchische Stufe - wie es schon in der frühen Kirche üblich war - wiederhergestellt worden.

Seit 1968 können auch verheiratete Männer in der katholischen Kirche zu "Ständigen Diakonen" geweiht werden, in Österreich wurde der erste 1969 geweiht. Die Ständigen Diakone in Österreich feiern deshalb heuer ihr 50-Jahr-Jubiläum. Weltweit gibt es heute mehr als 48.000 geweihte Diakone, und ihre Zahl wächst beständig an.

Unter dem Motto "Der Diakon in der veränderten gesellschaftlichen Landschaft"

Eröffnet wurde die Tagung mit einem Impuls-Referat von Militärbischof und Gastgeber Werner Freistetter zum Thema "Frieden" in der St. Georgs-Kathedrale. Im Rahmen der Tagung unterzeichneten die Ständigen Diakone ein Manifest, in dem sie wichtige Punkte für die Weiterentwicklung des Diakonats festgehalten und dieses an die Bischofskonferenz bzw. auch an Papst Franziskus weitergeleitet haben. In diesem Manifest heißt es wortwörtlich: "Auf dem Hintergrund unserer 50-jährigen Erfahrung als berufstätige und verheiratete Männer rufen wir die Österreichische Bischofskonferenz auf, eine Veränderung der Zulassungsbedingungen zu den Ämtern der Kirche zu prüfen und dafür erste Schritte zu setzen." Die Wege zum Weihepriestertum sollten nicht nur auf Männer in zölibatärer Lebensform begrenzt sein, sondern auch für verheiratete Männer geöffnet werden, "die in einem Zivilberuf tätig sind und sich im zweiten Bildungsweg auf dieses Amt vorbereiten".

Höhepunkt der Jubiläumstagung war am Sonntag der Festakt "50 Jahre Diakonat" und ein Festgottesdienst in der St. Georgs-Kathedrale, dem die Militärbischof Werner Freistetter und Weihbischof Anton Leichtfried vorstanden. "Der Dienst des Diakons ist ein Friedensdienst in tiefstem Sinne und die Grundgestalt des christlichen Auftrags auf dem alle anderen Dienste aufgebaut sind", so Bischof Freistetter wörtlich. Das "Wiener Neustädter Manifest" wurde zum Abschluss des Festaktes an Weihbischof Leichtfried zur Weiterleitung an die Österreichische Bischofskonferenz überreicht. Der Text ist auch über die Homepage www.diakon.at abrufbar.

Das Tätigkeitsfeld der Ständigen Diakone

Tätig sind die Diakone in der Liturgie, der Verkündigung und im karitativen Bereich. Die meisten wirken ehrenamtlich in Pfarrgemeinden, etliche haben aber auch Aufgabenbereiche in der Krankenseelsorge, in der Altenpastoral, der Gefängnisseelsorge oder in Bildungshäusern übernommen.

Rund 85 Prozent der Ständigen Diakone in Österreich sind verheiratet, die anderen leben entweder zölibatär, sind verwitwet oder einige wenige auch geschieden oder leben von ihren Ehepartnerinnen getrennt.

Der überwiegende Großteil der Diakone übt den Dienst in der Kirche ehrenamtlich aus. Rund 40 Prozent gehen einem Zivilberuf nach, 42 Prozent sind bereits in Pension, 18 Prozent stehen in einem kirchlichen Dienstverhältnis, sind in der Regel aber auch über dieses hinaus noch weiter kirchlich tätig. Im Schnitt leistet ein Diakon 17,5 Stunden pro Woche ehrenamtlichen Dienst in der Kirche.

Für den Dienst als Ständiger Diakon kommt nur in Frage, wer sich bereits in Ehe und Familie, in Kirche und Berufswelt bewährt hat. Die umfassende Ausbildung zum Diakon dauert rund sechs Jahre und beinhaltet neben einer fundierten theologischen und pastoralen Ausbildung u.a. auch zahlreiche Praktika in sozialen kirchlichen Einrichtungen. Bei verheirateten Männern, die bei der Weihe mindestens 35 Jahre alt sein müssen, muss auch die Ehefrau ihr Einverständnis zur Ausbildung und Weihe geben.

Fotos: Serge Claus