"Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir"

Martinsfest

St. Pölten 08.11.2019 (dsp/mb) ": Landauf, landab ziehen in diesen Tagen, sobald es finster geworden ist, kleinere und größere Menschen mit bunten Laternen umher. Diese Umzüge erinnern an eine der wohl populärsten Figuren der katholischen Kirche: den heiligen Martin.

Geboren vor 1.700 Jahren im heutigen Szombathely (Steinamanger) in Ungarn, verbrachte Martin seine Jugend als Soldatensohn im italienischen Pavia. Schließlich selbst Soldat geworden, diente er als Offizier in einer römischen Eliteeinheit. Eine Episode, ein kurzer Schlüsselmoment, machte ihn weltberühmt: Vor den Toren von Amiens zerschnitt er mit dem Schwert seinen Mantel und teilte ihn mit einem Bettler, der ohne ihn erfroren wäre. In der Nacht darauf erschien ihm Christus - in der Gestalt des Bettlers, wie um zu sagen: "Was du dem geringsten meiner Brüder getan hast, das hast du mir getan."

Bald darauf empfing Martin die Taufe und bat den Kaiser in Worms, aus dem Militärdienst ausscheiden zu dürfen. Dieser warf ihm vor, Feigheit vor dem Feind statt Liebe zu Gott sei sein Motiv. Doch am Ende durfte Martin gehen. Er wurde Schüler von Bischofs Hilarius von Poitiers, empfing von ihm die Priesterweihe und gründete um 360 als Einsiedler in Ligugé das erste Kloster Galliens.
Als man ihn als Bischof von Tours wollte, hielt er sich versteckt, denn er wollte nicht. Doch die (Martins-)Gänse sollen ihn in seinem Versteck verraten haben. Seit Juli 372 Bischof wider Willen, lebte Martin dort weiter im Kloster.

Martin setzte sich für Schwächere ein, für Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Er starb am 8. November 397 in Candes, müde und 81-jährig, während eines Pfarrbesuchs in Candes am Loire-Ufer. Seine Beisetzung erfolgte am 11. November.