Das Leben von Bischof Michael Memelauer

Gemälde Bischof Michael Memelauer

St. Pölten, 11.12.2019 (dsp/mb) Es soll ein historisches Doku-Drama werden – unter der Regie der St. Pöltner Regisseurin Anita Lackenberger dreht die Produktionsfirma „Kreativlösung“ einen Film über das Leben und Wirken von Bischof Michael Memelauer.

Statistinnen und Statisten gesucht

Für Dreharbeiten zu einem Film über das Leben Bischof Michael Memelauer (1874-1961) werden Statistinnen und Statisten gesucht. Zwischen Jänner und Mai 2020 wird es immer wieder einzelne Drehtage in der ganzen Diözese St. Pölten geben, mit dem Schwerpunkt natürlich direkt in St. Pölten. Weitere Drehtage über seine Kindheit und Jugend in Wallsee-Sindelburg, Oed-Öhling, Seitenstetten und danach auch sein bischöfliches Leben sind Bestandteil der Filmarbeiten.

Ein bewegtes Leben

Memelauer wurde in der Pfarre Sindelburg als Bauernsohn geboren und besuchte die Schule in Oed sowie das Stiftsgymnasium Seitenstetten. Nach seinem Theologiestudium in St. Pölten wurde er am 14. Jänner 1897 von Bischof Johannes Baptist Rößler zum Priester geweiht. Memelauer wirkte zuerst als Aushilfspriester in Haag, dann als Kooperator in Schrems und dann ab 1901 in Krems. 1904 wurde er als Domkurat nach St. Pölten berufen, bis er 1917 Dompfarrer und Kanonikus wurde. Zehn Jahre lang übte er dieses Amt in der Zeit des Zusammenbruchs und der Nachkriegszeit aus.

Am 18. April 1927 wurde Michael Memelauer von Papst Pius XI. als Nachfolger von Bischof Johannes Baptist Rößler zum Diözesanbischof von St. Pölten ernannt. Am 26. Mai 1927 wurde er zum Bischof als von St. Pölten in sein Amt eingeführt. Sein kurzer Wahlspruch lautete: „Caritati“ (der Liebe).

In seiner Silvesterpredigt 1941 sprach sich Memelauer gegen die NS-Euthanasie aus: „Vor unserem Herrgott gibt es kein unwertes Leben.“

34 Jahre lang leitete Bischof Memelauer die Diözese St. Pölten. Ab dem Jahr 1952 war es ihm gesundheitlich nicht mehr möglich, darum wurde ihm der spätere Erzbischof von Wien, Franz König, zugeteilt. 1961 folgte ihm  Franz Žak als Diözesanbischof von St. Pölten. Bestattet ist Memelauer in der Bischofsgruft des St. Pöltner Doms.

Bischof Memelauer ist in seiner persönlichen Heimat Oed-Öhling bzw. Wallsee-Sindelburg und in St. Pölten – seiner Diözese – noch immer, vor allem bei der älteren Generation, gegenwärtig. Der Film über ihn wird uns in seine Lebenszeit versetzen. Er war eine der prägendsten Figuren der katholischen Kirche und des Landes Niederösterreich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie ein kritischer Beobachter seiner Zeit.

Historisches Material

Die Produktionsfirma „Kreativlösung“ ist auch auf der Suche nach Kleidung aus den 1930er, 40er- und 50er-Jahren. Diese würde die Produktionsfirma bei dene Dreharbeiten gerne miteinbeziehen. Auch Fotos oder auch Briefe von Bischof Memelauer werden noch gesucht.

Kontakt: Mag. Kathrin Hahn, Diözese St. Pölten k.hahn@kirche.at