"Missio"-Sammlung am Dreikönigstag

Missio-Plakat

St. Pölten, 04.01.2017 (dsp/KAP) Die traditionelle Epiphanie-Sammlung von "Missio Austria" (Päpstliche Missionswerke in Österreich) dient der Priesterausbildung in den Ländern des "Südens" und hilft auch dabei, so manchen "weißen Fleck" auf der weltkirchlichen Landkarte zu schließen: Spendengelder aus Österreich fließen z.B. in die Mongolei, wo vor wenigen Monaten die erste Priesterweihe überhaupt erfolgte. In fast allen Ländern weltweit findet am 6. Jänner, dem Fest der "Erscheinung des Herrn" (Epiphanie bzw. Fest der Heiligen Drei Könige), diese Kollekte statt. An diesem Tag wird die gesamte Kollekte der Gottesdienste in Österreich für die Förderung von Priesterausbildungen verwendet.

Wie es in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Missio konkret" heißt, besuchte der junge Mongole Joseph Enkhee schon als Kind die damals in einem Wohnzimmer in der Hauptstadt Ulan Bator gefeierten Messen philippinischer Missionare. Erst 25 Jahre alt ist die katholische Kirche im dünnstbesiedelten Land der Welt, erst seit 2003 gibt es in Ulan Bator eine Kirche - die Peter-und-Paul-Kathedrale - für die etwa 1.300 Katholiken. Dort wurde der im Priesterseminar von Daejeon ausgebildete Enkhee im August 2016 zum ersten Priester der Mongolei geweiht, mehr als 800 Jahre nach den ersten Missionierungsversuchen am Hof des legendären Dschingis Khan, wie es in "Missio konkret" heißt.

Die Mongolei ist nur eines von vielen Ländern, in denen eine "Umverteilung" in christlicher Solidarität erfolgt: von den "reichen Kirchen der nördlichen Hemisphäre zu den armen im "Süden". Missio unterstützt etwa das mit 700 Alumnen größte Priesterseminar der Welt, das sich ausgerechnet im weltweit größten islamischen Land befindet - in Indonesien. Flores, eine der rund 17.000 Inseln des Staates, gilt als katholischer "Hotspot" mit vielen Berufungen. Bereits 566 Seminaristen wurden im Zuge der seit 30 Jahren bestehenden Priesterpatenschaften von Missio für das St.-Charles-Lwanga-Seminar in Tansania unterstützt.

Mehr als 80.000 Priesterstudenten und hunderte Priesterseminare in Asien, Afrika und Lateinamerika würden zu einem Großteil von Spenden über die Päpstlichen Missionswerke finanziert, teilte Missio-Nationaldirektor P. Karl Wallner im Vorfeld der diesjährigen Epiphanie-Sammlung mit. In den ärmsten Ländern der Welt können sich weder die Seminaristen selbst noch ihre Diözesen die Ausbildung zum Priester leisten. Für das Leben der dortigen Kirche seien diese Zuwendungen "existenziell", wies Missio in einer Aussendung hin.

"Die Welt braucht Priester"

"Unsere Unterstützung ist wichtiger denn je", betonte Wallner. Viele Priesterseminare müssen Kandidaten einzig und allein aus Kostengründen ablehnen. Die Kollekte am 6. Jänner sichere die "spirituelle und materielle Grundversorgung der Seminare". Jedoch könne nicht verschwiegen werden, dass eine breite finanzielle Unterstützung für dieses Anliegen immer schwerer falle: "Denn während die Zahl der Berufungen in den armen Ländern steigt, sinkt unsere Kollekte", bedauerte der Missio-Nationaldirektor. Selbst in islamischen Ländern wie Pakistan gebe es trotz eingeschränkter Religionsfreiheit zahllose Berufungen und überfüllte Seminare, die dringend ausgebaut werden müssten, erklärte Wallner. "Ich habe den Eindruck, dass gerade jetzt, wo der Glaube bei uns in Europa schwächer wird, Gott in den jungen Kirchen besonders laut ruft. Am 6. Jänner müssen wir helfen!", so sein Appell.

Das Fest der Heiligen Drei Könige am 6. Jänner gilt als das älteste Missionsfest der Kirche. Die Weisen aus dem Morgenland hätten bei Ihrer Begegnung mit dem kleinen Jesuskind den Glauben angenommen. "Dieses Licht von Weihnachten haben sie dann hinausgetragen in die ganze Welt, zu den fernsten Völkern", erläuterte P. Wallner den Ursprung dieses Festes. "Die Welt braucht Priester, weil sie Christus braucht. Wenn sie Christus nicht hat, verfällt sie." Die Investition in die Ausbildung der Priester sei die beste Investition in die Zukunft.

Spenden sind erbeten an "Missio Päpstliche Missionswerke", PSK-Konto IBAN: AT96 6000 0000 0701 5500; Online-Spenden auf www.missio.at