Bagdads Erzbischof spricht in Österreich über Christenverfolgung

Der römisch-katholische Erzbischof von Bagdad, Jean Benjamin Sleiman, besucht in der kommenden Woche Österreich. Er wird an mehreren Orten - in Wien, Linz, Graz, Mariazell - "Zeugnis aus erster Hand" über die Situation der Christen im Nahen Osten, insbesondere im Zweistromland, geben. Geplant sind auch Treffen mit Außenminister Sebastian Kurz, Kardinal Christoph Schönborn und Nuntius Peter Stephan Zurbriggen.



Der dem Karmelitenorden zugehörige Erzbischof hat sich hinsichtlich der Situation im Irak nach der Zurückdrängung der IS-Terroristen mehrfach ein "gemeinsames, von allen geteiltes Verständnis der Identität des Landes" als Voraussetzung für ein friedliches Miteinander von Sunniten, Schiiten, Jesiden und Christen eingefordert.

Auftakt des Besuchs von Erzbischof Sleiman ist am Dienstag, 23. Mai, eine Pressekonferenz bei den Päpstlichen Missionswerken in Wien, gemeinsam mit Missio-Nationaldirektor Pater Karl Wallner, Herbert Rechberger von "Kirche in Not" und der Wiener Gemeinderätin Gudrun Kugler. Am 24. Mai ist Sleiman in Linz bei einer Veranstaltung unter dem Titel "Eine Rose für den Frieden im Irak", feiert um 17.30 Uhr eine Messe in der Karmelitenkirche, referiert um 19 Uhr in Anwesenheit des Linzer Bischofs Manfred Scheuer über die Lage des mesopotamischen Christentums und leitet einen Gebetsabend.

Am Freitag, 26. Mai, ist Sleiman beim "Gebetsabend für verfolgte Christen" im Wiener Stephansdom. Er feiert um 19 Uhr die Messe und leitet eine anschließende Lobpreis-Andacht. Am 27. Mai pilgert der Erzbischof nach Mariazell, wo er um 14 Uhr die Heilige Messe für verfolgte Christen feiern wird. Auch für den 28. Mai ist um 18 Uhr eine Messe mit dem Erzbischof für verfolgte Christen vorgesehen - in der Wiener Karmelitenkirche (19., Silbergasse). Am Montag, 29. Mai, steht Graz auf dem Programm, mit einem Vortrag über minoritäre Religionsgemeinschaften im Irak um 19 Uhr im Priesterseminar. Am 1. Juni spricht Erzbischof Sleiman schließlich um 18.30 Uhr an der Wiener Universität im Hörsaal 46 über "Die politische Lage im Nahen Osten und die Religionsfreiheit".

Der Besuch des Erzbischofs von Bagdad erfolgt auf Einladung seiner Mitbrüder, der Karmeliten in Österreich, und geschieht in Zusammenarbeit mit "Missio", der "Initiative Christlicher Orient" (ICO), "Kirche in Not", der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, "Pro Oriente" und dem "Welthaus der Diözese Graz-Seckau. Sleimans Orden der Unbeschuhten Karmeliten hat im heutigen Irak eine bis ins 16. Jahrhundert zurückreichende Geschichte.