Weihbischof Leichtfried: Menschen unterstützen, die Berufung verspüren

Foto: Berufungswallfahrt nach Maria Taferl

Maria Taferl, 17.04.2016 (dsp) Das Priesterseminar und die Diözese St. Pölten luden zur Berufungswallfahrt nach Maria Taferl. Treffpunkt war bei der Schiffstation in Marbach an der Donau. Danach zelebrierte Weihbischof Anton Leichtfried den Gottesdienst in der vollen Basilika. Die Wallfahrt fand anlässlich des Weltgebetstages für geistliche Berufungen statt und stand unter dem Motto „Herzklopfen“.

<--break->Die Kirche betet an diesem Tag für gute geistliche Berufungen zum Priester, Diakon, Pastoralassistent/in, Religionslehrer/in oder zu Ordensleuten. Weihbischof Leichtfried: "Wir brauchen Menschen, die nicht egoistisch sind, für andere da sind und sich vom Heiligen Geist leiten lassen." Vieles sei so selbstverständlich im Leben, dass wir gar nicht darüber nachdenken würden, etwa jeder neue Tag oder dass sich die Erde dreht. Auch vieles andere sei selbstverständlich, etwa dass wir genügend Wasser haben oder die Schönheiten der blühenden Natur. Unser Herz schlage 70, 80, 90 mal pro Minute, wir würden unsere "Lebenspumpe" meist gar nicht mehr beachten. Oft sei der wahrgenommene Herzschlag negativ: etwa vor Prüfungen oder wenn man erschrickt. Weihbischof Leichtfried erinnerte daran, dass wir Menschen Wunderwerke seien und er fragte: "Wofür verwende ich mich als 'Wunderwerk', für wen setze ich mich ein?" 

Auch Gott klopfe immer wieder an das Herz von Menschen an, das würden auch die biblischen Berufungsgeschichten zeigen. Wann haben wir das zuletzt gespürt? Manchmal würde Gott vielleicht etwas sagen und wir hören nicht zu. Weihbischof Anton Leichtfried: "Bitte, überhören wir nicht, wenn Gott anklopft und begleiten wir Menschen, die das Klopfen Gottes hören. Unterstützen wir Menschen, die eine Berufung verspüren." Wir sollten also für jene beten, bei denen Gott anklopft: diözesan-, landes- und weltweit.

Um das Thema „Berufungen“ wachzuhalten, begeht die Kirche jeweils am 4. Ostersonntag den Weltgebetstag für geistliche Berufungen. Im Sinne von Matthäus 9,38 „Bittet den Herrn der Ernte“ wird bei der Wallfahrt um guten und ausreichenden Nachwuchs in den verschiedenen geistlichen und kirchlichen Berufen und Berufungen gebetet. Es wird auch daran erinnert, dass alle Christen Berufene sind, und ihrem Leben der in der Taufe und Firmung grundgelegten Berufung zum gemeinsamen Priestertum Ausdruck geben sollen – eine Antwort auf Gottes Ruf.

Aufgaben, die Herzklopfen verursachen?

Denkanstoß war laut Berufungspastoral der Diözese St. Pölten folgender Gedanken: „Gott schaut mich an, er nimmt mich an, wie ich bin. Und er hat Aufgaben für mich, vielleicht auch solche, die durchaus Herzklopfen verursachen können. Was ist mein Herzensanliegen? Wofür brenne ich? Wofür setze ich mich ein?“

Neben Weihbischof Leichtfried nahmen u.a. auch Generalvikar Eduard Gruber, Bischofsvikar Gerhard Reitzinger, Ordensleute, die Priesterseminaristen und viele Jugendlichen teil. Ybbsitzer Jugendliche umrahmten den Gottesdienst in Maria Taferl musikalisch.

Foto: Berufungswallfahrt nach Maria Taferl