Verfolgte Christen: Laienrat regt Solidaritätsinitiative an

Für eine Initiative mit dem Titel "Christen für Christen", die konkrete Wege der Unterstützung von verfolgten und schwer bedrängten Christen im nahöstlichen Raum erschließen soll, hat sich der Katholische Laienrat Österreichs (KLRÖ) ausgesprochen.

In einer Aussendung am Mittwoch dankte Laienrats-Präsident Theo Quendler Kardinal Schönborn für seine am Ostermontag begonnene Solidaritätsreise zu den Christen im Nordirak, die den Startimpuls für eine solche Initiative sein könne. Es sei hoch an der Zeit, die Unterstützung jener Glaubensgeschwister in Nahost, "die das Erbe des Urchristentums hüten", mit einer entsprechenden Initiative zu verstärken.

Der Wiener Erzbischof wurde am Mittwochnachmittag zurück aus Erbil erwartet, der Hauptstadt der kurdischen Region des Irak, wohin die Christen aus den von den IS-Terroristen eroberten Gebieten (Mossul und die Orte der Ninive-Ebene) geflüchtet waren. "Für uns ist dieser Solidaritätserweis von Kardinal Schönborn ein Impuls in doppelter Richtung: Einmal geht es darum, sich besser über die Situation kundig zu machen und die Tatsache ernstzunehmen, dass die Wurzeln des Christentums, seiner Theologie, seiner Liturgie, seiner Kultur im syrisch-mesopotamischen Raum liegen", erklärte KLRÖ-Präsident Quendler. Zugleich gelte es als katholische Laien zu überlegen, "welche gezielten Hilfsmaßnahmen wir initiieren oder unterstützen können".

Quendler zitierte aus der jüngsten Ausgabe der deutschen Zeitschrift "Christ in der Gegenwart", wo es im Leitkommentar im Hinblick auf die Situation der nahöstlichen Christen u.a. heißt: "So wie die vorrangige Option für die Armen berechtigt ist, darf es eine vorrangige Option von Christen für Christen geben, die in doppelter Weise unter der Kriegslast leiden: einmal wie alle Bürger dieser Länder, zusätzlich aber, weil sie von Dschihadisten, von Muslim-Radikalen als 'Ungläubige' verfolgt werden."

Christen in Mitteleuropa seien herausgefordert, "österlich-befreiungstheologisch Farbe zu bekennen". Solidarität erschöpfe sich nicht in Spenden, Worten und Gebeten, sondern verlange entsprechende Werke.

(30.03.2016, KAP)