Theologin: Migration ist „Zeichen der Zeit“

Ass.Prof. MMag. Dr. Regina Polak, Universität Wien

St. Pölten, 24.01.2016 (dsp) Als „Zeichen der Zeit“ nach dem Konzilsdokument „Gaudium et Spes“ bezeichnete die Wiener Theologien Regina Polak die aktuelle Migration nach Europa bei einem Vortrag im Bildungshaus St. Hippolyt. „Zeichen der Zeit“ seien immer „eine Chance, den Heilsplan Gottes zu verwirklichen“ und „aus einem geschichtlichen Ereignis etwas Gutes zu machen“.

So sei auch die derzeitige Herausforderung Europas und der Kirche durch Flüchtlinge und Migranten „eine Möglichkeit, unsere eigene Lebensart, unseren eigenen Befreiungsprozess zu hinterfragen“, wie Polak in ihrem Vortrag „Christliche Gemeinden und die 'Zeichen der Zeit'“ im Rahmen des Lehrgangs "Gemeinde als Lernort" des Ausbildungsinstituts für Erwachsenenbildung (ABI) betonte. Diese Zeichen zu erkennen bedeute, den Willen Gottes in einer konkreten geschichtlichen Situation wahrzunehmen. Gott habe sich in der konkreten Geschichte offenbart und tue dies auch weiterhin.

Geschichtliche Ereignisse würden nicht immer zwingend auf auf Gott verweisen, führte Polak aus. Die Wahrnehmung eines Ereignisses als „Zeichen der Zeit“ bedürfe gläubiger Menschen, die sich „der theologischen Bedeutung öffnen und sie bedenken“. Migration etwa sei nichts Neues; zum „Zeichen der Zeit“ werde sie erst, wenn sie „besonders ins Bewusstsein tritt“, wie Polak erklärte: „Das Wissen darüber reicht noch nicht.“ Aus der Perspektive des Glaubens werde dem geschichtlichen Ereignis schließlich ein Sinn gegeben, der sich jedoch immer „aus dem konkreten Handeln erschließe“.