Rabenstein: Kardinal König-Gespräch über Zukunft der Seelsorge

Foto: Kardinal-König-Verein-Obmann Gottfried Auer, Pfarrer August Blazic, Prof. Erich Leitenberger, Annemarie Fenzl, ÖkRat Elfriede König, Moderatorin Mag. Alexandra Mantler, Susanne Sunk, Robert Treitl und Pfarrer Pater Leonhard Obex

Rabenstein, 21.08.2016 (dsp) Die Zukunft der Seelsorge steht heuer im Mittelpunkt des "Kardinal König Gesprächs" am 27. und 28. August in Rabenstein/Pielach. Hauptreferenten sind der Wiener Pastoraltheologe Prof. Paul Zulehner und die Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich Gerda Schaffelhofer. Zudem werden die beiden Pfarrer von Rabenstein und Kirchberg, P. Leonhard Obex und August Blazic, über ihre Erfahrungen, Freuden und Enttäuschungen in der Pfarrseelsorge berichten und ihre Visionen für die Zukunft erläutern - in einer Zeit, in der die Zahl der Priester wohl weiter zurückgehen wird.

"Beide Pfarrer sind sehr beliebte Seelsorger und zugleich doch sehr unterschiedlich in ihren Ansichten. Sie werden das breite Spektrum der Katholischen Kirche zeigen", so Annemarie Fenzl, Hauptorganisatorin und langjährige Wegbegleiterin von Kardinal König. Wie die Leiterin des Kardinal König-Archivs sagte, solle ein Ausspruch Kardinal Königs, der seine Jahre in der praktischen Seelsorge immer als unverzichtbar wertvoll für seinen weiteren Weg bezeichnet hat, gleichsam als Motto dienen: "Kein Buch und kein Studium hätten mich das je gelehrt, was ich nun durch die praktische Erfahrung in der Seelsorge lernte", zitierte Fenzl den Kardinal.

Das Verständnis dessen, was mit "Seelsorge" gemeint sei und vor allem, wie "Seelsorge" betrieben werden solle, habe sich im Verlauf der Geschichte oftmals verändert, so die Historikerin weiter. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil stehe die gesamte Seelsorge, insbesondere aber die pfarrliche Seelsorge an der Basis, vor ganz neuen Herausforderungen. Eine der Wurzeln sei das gänzlich veränderte gesellschaftliche Umfeld. Diese gesamtkirchliche Wandlung sei begleitet von Rückschlägen, aber immer wieder auch von positiven Aufbrüchen.

Beim "Kardinal-König-Gespräch" soll auch darauf verwiesen werden, dass die Zukunft der Pfarrgemeinden Papst Franziskus besonders am Herzen liegt, wie jüngst bei seiner Begegnung mit polnischen Bischöfen im Zug des Krakauer Weltjugendtags deutlich wurde. Auf die Frage eines jungen Weihbischofs hob der Papst die Bedeutung der Pfarrgemeinde als Referenzpunkt im Wandel der Zeit hervor. In einer dynamischen Welt verliere sie nicht an Wert - im Gegenteil: "Es ist eine Struktur, die wir nicht einfach zum Fenster rauswerfen dürfen", so der Papst. Er räumte ein, dass es heute angesichts vieler Probleme sehr "anstrengend" sein könne, eine Gemeinde zu leiten: "Die Bischöfe müssen die Erneuerung der Gemeinden immer im Auge behalten: Wie geht es der Gemeinde? Was wird getan? Wie läuft die Katechese? Wie wird sie vermittelt? Ist sie offen?"

Anstatt die Menschen abzuschrecken und verschlossene Türen zu haben, müssten die Pfarrgemeinden die Menschen aufnehmen, vor allem auch die Suchenden. Dazu gehöre auch, dass im Beichtstuhl immer das Licht an bleibe. Auch Spiel- und Fußballplätze in den Gemeinden seien eine wichtige Institution für die Kinder und Jugendlichen. Trotz vieler Veränderungen im Alltag der Menschen gelte: "Die Gemeinde wird nicht angerührt: Sie muss ein Ort der Kreativität, ein Referenzpunkt bleiben. Nur so kann sie eine Gemeinde sein, die zu den Menschen an den Rändern hinausgeht", betonte der Papst.

Das mittlerweile zu einem sommerlichen Fixpunkt in der Diözese St. Pölten gewordene "Kardinal König-Gespräch" beginnt am Samstag, 27. August, um 18.30 Uhr mit einem Gedenkgottesdienst für Kardinal König in der Rabensteiner Pfarrkirche. Ab 19.30 Uhr findet dann die eigentliche Tagung im Rabensteiner Gemeinde- und Kulturzentrum statt. Fixer Bestandteil dieser Tagung ist immer auch die Diskussion mit dem Publikum. 

Am Sonntag, 28. August, wird das "Kardinal-König-Gespräch" mit einem Festgottesdienst in der Andreaskirche, auf einem Hügel zwischen Rabenstein und Kirchberg gelegen, abgeschlossen. Die in Sichtweite des Geburtshauses von Franz König und seines Schulweges gelegene gotische Kirche ("Gotteshaus ohne Turm und Dorf"), war nach der Renovierung von Kardinal König, dem "großen Sohn des Pielachtales", am 31. August 1986, also vor mittlerweile 30 Jahren, neu geweiht worden. 

Seit 2008 sind die Pielachtal-Gemeinden Rabenstein und Kirchberg abwechselnd Schauplatz des Treffens. Mitveranstalter der Gespräche ist der Verein "Kardinal König - Glaube und Heimat im Pielachtal". Kardinal Franz König wurde am 3. August 1905 im Rabensteiner Ortsteil Warth geboren und am 5. August in der Rabensteiner Pfarrkirche getauft. Er besuchte die Volksschule in Kirchberg an der Pielach, von wo aus ihn sein Weg in die Weltkirche führte. Am 13. März 2004 verstarb der Kardinal in Wien.

Foto: Kardinal-König-Verein-Obmann Gottfried Auer, Pfarrer August Blazic, Prof. Erich Leitenberger, Annemarie Fenzl, ÖkRat Elfriede König, Moderatorin Mag. Alexandra Mantler, Susanne Sunk, Robert Treitl und Pfarrer Pater Leonhard Obex