Pfarrliche Öffentlichkeitsarbeiter bestärkt: Pfarrblätter werden gelesen

Bischof Manfred Scheuer, Cecily Corti und Diakon Markus M. Riccabona am Podium beim "Verkündschafter"-Kongress"

Linz-St. Pölten, 10.10.2016 (dsp) Pfarrblätter sind nach wie vor das reichweitenstärkste katholische Medium in Österreich und die Gesamtauflage aller Pfarrblätter erreicht rund drei Millionen Stück. Diese Eckdaten kirchlicher Medienarbeit wurden beim ersten österreichweiten Kongress der pfarrlichen Öffentlichkeitsarbeiter in Linz präsentiert.

In einer vereinfachten Gesamtbetrachtung seien Pfarrblätter damit gleichsam das "größte Printmedium in Österreich unter der gemeinsamen Dachmarke Katholische Kirche", hieß es bei der Präsentation durch das Netzwerk der diözesanen Pfarrmedienverantwortlichen. Unter den 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Österreich waren auch 20 pfarrliche Vertreter/innen aus der Diözese St. Pölten.

Ein Pfarrblatt sei dann für die Leserschaft hilfreich, wenn es erfahrungsbezogen und begeistert in einfacher und bildreicher Sprache Lebensthemen aufgreife. Das unterstrich Bischof Manfred Scheuer bei der Eröffnung des ersten österreichweiten Pfarrmedienkongresses am Freitagabend in Linz. "Das ideale Pfarrblatt ist nahe an den Lebenswelten", so der Linzer Bischof, der gleichzeitig auf ihre Reichweite verwies: "Pfarrblätter erreichen fast alle Haushalte" und würden sich vom medialen Mainstream dadurch unterscheiden, dass sie "das Positive in Blick nehmen, und das wirkt ansteckend".

Neben der großen gemeinsamen Auflage und Leserschaft können sich Pfarrblätter über ein ungebrochen hohes Interesse erfreuen, hieß es beim Kongress. So belegten Studien aus Deutschland, die eine vergleichbare Aussagekraft für Österreich haben, dass ein Drittel der Bezieher das Pfarrblatt "häufig", ein weiteres Drittel "ab und zu" und der Rest "selten bzw. nie" liest. Am höchsten ist das Interesse an diesem Medium unter "Kirchennahen", von denen 86 Prozent angeben, das Pfarrblatt ganz zu lesen. Am anderen Ende der Skala befinden sich die "Kirchenfernen", von denen immerhin 37 Prozent sagen, das Pfarrblatt von vorne bis hinten zu lesen.

Pfarrblätter haben zwar noch die größte Reichweite in der basisnahen kirchlichen Kommunikation, aber immer wichtiger werden die elektronischen Medien. So haben pfarrliche Internetseiten sowie Social-Media-Aktivitäten mittlerweile "Schaukasten"-Medien und die "face to face"-Kommunikation in ihrer Reichweite übertroffen - Tendenz steigend.

Dank und Motivation für Pfarrliche Öffentlichkeitsarbeiter

Diesem Trend entsprechend bot der zweitägige Kongress (7./8. OKtober) den Teilnehmern zwölf Workshops, die von Fragen der Text- und Bildgestaltung bis hin zu Pfarrwebsites, Social Media und Krisenkommunikation reichten. Die Referentinnen und Referenten waren dabei überwiegend Profis aus der diözesanen Medienarbeit.

Der Kongress mit dem Kunstbegriff "Verkündschafter" (Verkünder/Botschaft/Kundschafter) wollte neben der Vernetzung und Schulung der Teilnehmer auch die Motivation der Ehrenamtlichen und ihr Selbstverständnis als Teil der kirchlichen Verkündigung stärken: "Sie alle sind Verkündschafter. Sie begleiten die Sternsinger, Sie beteiligen sich an der Caritas-Haussammlung und Sie besuchen Kranke in Ihrer Pfarre. Und dann gestalten Sie auch das Pfarrblatt: als Chefredakteur/in, als Fotograf/in, als Grafiker/in, und als Fixpunkt, bei dem alle Fäden zusammenlaufen oder Sie sind Webmaster", heißt es dazu auf der Kongress-Website www.verkuendschafter.at.

Der zweitägige Kongress wurde vom "Netzwerk der pfarrlichen Öffentlichkeitsarbeit der Diözesen Österreichs" organisiert. Dieses besteht seit drei Jahren und will die Arbeit der größtenteils ehrenamtlichen Medienverantwortlichen in den rund 3.000 österreichischen Pfarren noch stärker unterstützen. Die Diözese St. Pölten wird im Netzwerk von Diakon Markus Michael Riccabona und Martina Bender vom Referat für Kommunikation vertreten.