Bischof beim Minitag 2019
Weihbischof Anton Leichtfried bei der Karfreitagsliturgie
Familien
Ferien-Kinderlager
Pilgern im Sommer
Kräuterbuschen zu Mariä Himmelfahrt
 
 

Pfarren: von Kirchen-Konsumenten zu aktiver Beteiligung

Dr. Georg Plank als Refernt bei der Patoralen Studientagung

St. Pölten, 22.11.2016 (dsp) Der Rückgang an Gläubigen könne nur aufgehalten werden, wenn „Neue“, also Fern- und Außenstehende angesprochen werden. Gleichzeitig gelte es, die vorhandenen Kirchgänger von einer reinen Konsumhaltung zu aktiver Beteiligung zu führen. Das war der Tenor eines Studientages zu „innovativer Pastoral“ mit dem Pastoraltheologen Georg Plank (www.pastoralinnovation.at) als Referenten in der Dompfarre St. Pölten. An der Veranstaltung der Pastoralen Dienste nahmen zahlreiche Verantwortliche in der Seelsorge aus allen Bereichen und Regionen der Diözese teil. Die Impulse aus dem Studientag sollen nun in die einzelnen Pfarren und Gemeinschaften getragen und dort weiter entwickelt werden.

„Wachsen kann ich nicht mit denen, die da sind, sondern nur mit denen, die nicht da sind“, betonte Plank. Für diese müsse Kirche attraktiv gemacht werden. Dabei gehe es nicht darum, Kirche besser zu „vermarkten“, sondern darauf zu schauen, was Fernstehende anspreche und wo sie das in den Pfarren und kirchlichen Gemeinschaften finden könnten: „Wir sollten das Wertvolle, das wir haben, besser präsentieren.“ Dabei müssten „Kopf, Herz und Hände“ – also Verstand, Gefühle und konkretes Handeln – angesprochen werden. Es gelte, die Außenstehenden „besser zu verstehen“. Sinus-Milieustudien seien dabei jedoch nur eine „Landkarte“ und dürften nicht mit der Landschaft selbst verwechselt werden, warnte Plank.

„Bäume pflegen, dass sie Früchte bringen“

Bei Innovationen in der Seelsorge gehe es nicht darum Kirche neu zu erfinden, wie Plank betonte. „Innovation und Tradition sind Geschwister. Innovation baut auf Tradition auf. Es geht nicht darum, den Baum auszuwechseln, oder immer neue Bäume zu pflanzen, sondern dass der vorhandene Baum bessere und mehr Früchte bringt.“ Es gebe Innovationen bei Produkten bzw. Angeboten, bei Dienstleistungen (Wie werde ich von außen wahrgenommen?) und Prozessinnovationen, das heißt bei wiederkehrenden Abläufen. So gelte es beispielsweise in den Pfarren die Routinen im Laufe des Kirchenjahres oder bei der Sakramentenvorbereitung genauer anzusehen und wenn nötig „auszumisten“ und „von außen neu anzudenken“.

Ausgangspunkt für Erneuerung sei immer das Eingeständnis, wo man selbst stehe: „Wir sind nicht so gut wie wir glauben, aber auch nicht so schlecht, wie wir vielleicht befürchten.“ Plank forderte dazu auf, den eigenen Stolz abzulegen und von denen zu lernen, „wo es besser läuft“. Dabei gehe es nicht darum zu kopieren, sondern sich inspirieren zu lassen: „Anschauen, fragen, neugierig sein“, welche Rahmenbedingungen es brauche, damit Innovation angestoßen werde und gelingen könne. Es gelte – nach Papst Franziskus – eine missionarische Kirche zu entwickeln: „Nicht weil wir stark sein wollen, sondern weil Gott es will, weil es der Auftrag Jesu ist.“

Voneinander und miteinander lernen

Die Pastoralen Dienste planen in der Folge des Studientages in den einzelnen Institutionen, Dekanaten, Pfarren und Gemeinschaften entsprechende Impulse fördern. Ziel sind keine neuen Konzepte, sondern das konkrete Handeln in einzelnen Bereichen anzustoßen, „wo Chancen auf Veränderung gesehen werden“. Zur Unterstützung wird es entsprechende Angebote zur Begleitung von Pfarrgemeinderatsklausuren geben, eine „Startbroschüre“ für neue Pfarrgemeinderäte, einen Lesekreis zum Buch „Rebuilt“, das die Innovationen in einer US-amerikanischen Durchschnittspfarre beschreibt, sowie eine eigene Facebook-Gruppe zum Austausch über Erfahrungen – Erfolge wie Misserfolge – um voneinander zu lernen.

Georg Plank hatte lange Zeit in verschiedenen Bereichen in der Diözese Graz-Seckau gearbeitet und sich stets für nachhaltige Neuerungen eingesetzt. Als selbständiger Pastoraltheologe gründete er die Plattform „Pastoralinnovation“. Er besucht und analysiert „erfolgreiche“, wachsende Pfarren vor allem in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien und präsentiert gemeinsame Faktoren für positive Entwicklungen in kreativen Workshops. Bei diesen geht es vor allem darum, voneinander zu lernen und das eigene Potential zu entfalten. „Gärten sehen auf der ganzen Welt völlig unterschiedlich aus. Aber es gibt gemeinsame Grundlagen, warum etwas wächst und Früchte bringt.“