Massenphänomen: Weltjugendtage begeistern Millionen

Der Weltjugendtag (WJT) ist längst zum teilnehmerstärksten Format der katholischen Kirche geworden. 1986 von Papst Johannes Paul II. ins Leben gerufen, nehmen seither zwischen einer halben und vier Millionen Jugendliche an dem Großereignis teil.

Seit dem ersten offiziellen Treffen 1986 in Rom lädt das jeweilige Oberhaupt der katholischen Kirche jedes zweite Jahr unter einem bestimmten Motto in wechselnde Städte der Welt ein. Der nächste Weltjugendtag geht von 26. und 31. Juli in Krakau über die Bühne.

600.000 Dauerteilnehmer aus 180 Ländern werden in der letzten Juliwoche zum 31. Weltjugendtag in Krakau erwartet - mehr als 2 Millionen wollen zur Abschlussmesse, dem traditionell teilnehmerstärksten Event, kommen. Einen Besucherrekord wird Krakau dem Format allerdings nicht bescheren; den hält Manila, wo 1995 vier Millionen Menschen zusammen kamen. Für Polen ist es übrigens bereits der zweite Weltjugendtag - der erste fand 1991 in Tschenstochau statt.

Der letzte Weltjugendtag ging 2013 in Rio de Janeiro über die Bühne und auch in Brasilien konnte das Format die Massen bewegen: Damals kamen 3,7 Millionen zum Abschlussgottesdienst mit dem Papst. 1,2 Millionen Menschen nahmen an der Willkommensfeier teil, 2 Millionen wurden beim Kreuzweg mit dem Papst gezählt, 3,5 Millionen Menschen kamen zur Gebetsnacht. Darunter waren auch 427.000 angemeldete Dauerteilnehmer aus 175 Ländern.

Wurzeln liegen im Jahr 1984

Die Wurzeln des WJT liegen bereits im Jahr 1984: Papst Johannes Paul II. lud unter dem Motto "Öffnet dem Erlöser die Türen" zu einem internationalen Jugendtreffen nach Rom. Zwei Jahre später wurde aus dem ersten Treffen eine feste Institution: Der Weltjugendtag war geboren.

1984 folgten 300.000 Jugendliche dem Ruf von Johannes Paul II. nach Rom. Dieser war von der Veranstaltung so angetan, dass er für das kommende Jahr gleich wieder zu einem Jugendtreffen in die italienische Hauptstadt einlud. Mit der Organisation betraute er den päpstlichen Laienrat. Nachdem auch die zweite Auflage mit 250.000 Teilnehmern ein großer Erfolg wurde, kündigte Johannes Paul II. zu Ostern 1985 kurzerhand - ohne Rücksprache mit seinem Verwaltungsapparat - an, dass künftig jedes Jahr ein Weltjugendtag stattfinden solle. Er legte einen Wechsel von dezentral in den Ortskirchen begangenen und international ausgerichteten Weltjugendtagen in einer Stadt fest. Seither werden die WJTs in kleinerem Rahmen in den Diözesen vor Ort - so 2014 und 2015 - und dann wieder als weltweites Großtreffen organisiert.

Die zentralen Weltjugendtage fanden seither alle zwei bis drei Jahre statt. Das erste zentrale Treffen außerhalb Roms wurde 1987 in er Heimatstadt von Papst Franziskus, in Buenos Aires, veranstaltet. Von den folgenden Großtreffen führte nur noch jener in Manila 1995 in ein Land, in dem es größere Armut gibt. Alle übrigen wurden in Ländern Europas oder der westlichen Welt veranstaltet: 1991 im postkommunistischen Tschenstochau/Polen, 1993 in Denver, 1997 in Paris, 2000 in Rom, 2002 in Toronto, 2005 in Köln, 2008 in Sidney.

Weitere Berichte und Hintergrundinformationen rund um den Weltjugendtag im "Kathpress"-Themenpaket unter www.kathpress.at/wjt.

 

(KAP, 14.07.2016)