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Jugendproduktion „Nathan der Weise“ im Stift Göttweig wird „Nachdenkprozess auslösen“

Göttweig, 24.06.2016 (dsp) Das diözesane Jugendhaus Stift Göttweig probt seit Dezember für eine weitere große Jugendtheaterproduktion: gespielt wird „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing mit der weltberühmten Ringparabel. Nach dem großen Erfolg der ersten Theaterproduktion „Jedermann“ auf den Kirchenstiegen des UNESCO-Weltkulturerbes Stift Göttweig im Jahr 2014 folgt nun am 12., 13., 14. und 15. August 2016 (Beginn jeweils um 19:30 Uhr) „Nathan der Weise“. Der Reinerlös des Projektes kommt der Dachsanierung zugute.

Bei einem Pressegespräch im Stift würdigte der Göttweiger Abt Columban Luser das Engagement der Jugendlichen. Wichtig sei ihm, dass bei dem Stück der Respekt vor anderen Religionen im Mittelpunkt stünde. Aber es sei auch wichtig mit Überzeugung zu sagen, dass man Christ, Jude oder Muslim sei und die eigenen religiösen Positionen darlegt. Dieses Bekenntnis widerspreche einem Relativismus, bei dem alles gleich sei. Das Stück sei somit ein guter Diskussionsanstoß. Fundamentalisten würden sich mit „Nathan der Weise“ natürlich schwer tun. Abt Columban: „Unsere Jugend wird mit dieser Inszenierung sicher einen Nachdenkprozess auslösen, der möglicherweise gegen den Strich kämmt – warum nicht?“ So soll das Stift Göttweig noch stärker als Stätte des Glaubens und der Kultur und Ort der Begegnung verankert werden.

Für „Nathan“-Darsteller Tim Tobner sei das Stück deshalb so interessant, weil die Hauptfigur trotz aller Widrigkeiten und Kathastrophen – so wurde seine Familie ausgerottet – das Gute im Menschen sieht. Der 20-jährige St. Pöltner Tobner: „Für mich ist ‚Nathan‘ ein chilliger Typ und das Jugendtheaterprojekt eine großartige Sache, bei der Jugendliche sich umfassend mit dem Zusammenleben der Religionen befassen..“

Regisseur Koller zur Aufführung: „Es ist ein großes Stück Weltliteratur, das vor allem für Toleranz und Mitmenschlichkeit steht – Werte, die gerade in der heutigen Zeit mehr denn je gefordert sind.“ Das vor weit über 200 Jahren geschriebene Werk habe offensichtlich nichts an Aktualität verloren. Noch immer gebe es Konflikte unter den unterschiedlichsten Religionen. „Nathan der Weise“ sei ein wunderbares Lustspiel, mit ernstem Hintergrund und einer klaren Botschaft!

Über ehrenamtliche SchauspielerInnen zwischen 14 und 27 Jahren wurden bei einem Casting ausgewählt, Regie und Regieassistenz, Organisationsteam-MitarbeiterInnen, Requisiten, Maske, Kostüme, MusikerInnen usw. wirken mit. Mehr als 12 Monate vor den Aufführungen im August starteten die Vorbereitungen, seit Dezember wird mehrmals monatlich geprobt. Bei den Einheiten auf den Stiegen der Stiftskirche applaudierten schon die ersten begeisterten Zuschauer, die Jugendlichen sind mit großem Eifer bei der Sache.

Zitate aus dem so zeitgemäßen Stück:

Ich weiß, wie gute Menschen denken; weiß, dass alle Länder gute Menschen tragen. (Nathan)

Wie aus einer guten Tat, doch so viel andre guten Taten fließen! (Saladin)

Wem eignet Gott? Was ist das für ein Gott, der einem Menschen eignet? (Recha)

Lasst die Zeit allmählich, und nicht die Neugier unsre Kundschaft machen (Tempelherr)


Kartenverkauf: Tourismusbüro des Stiftes: 02732/85581-231 oder E-Mail tourismus@stiftgoettweig.at; der Preis beträgt 20 Euro.

Foto: Vorbereitungen auf die Jugendtheaterproduktion "Nathan der Weise" im Stift Göttweig - auf den Bildern: die Hauptdarsteller/innen sowie Abt Columban Luser