„Ich bin bereit“ – Seitenstettner Pater Matthäus Kern zum Priester geweiht

Gruppenfoto: Prior Pater Laurentius Resch, Abt Petrus Pilsinger, Mutter Monika Kern, Geweihter Matthäus Kern, Weihbischof Anton Leichtfried

Seitenstetten, 04.07.2016 (dsp) Das Stift Seitenstetten und die Diözese St. Pölten freuen sich über die Priesterweihe von P. Matthäus Kern in der Stiftskirche durch Weihbischof Anton Leichfried. Pater Matthäus sagte dabei das berühmte „Ich bin bereit" (Ad sum). „Hausherr“ Abt Petrus Pilsinger begrüßte viele Ordensleute, Freunde, Verwandte und Gläubige aus der Linzer Heimatpfarre St. Michael. Auch zahlreiche Kollegen und Schüler/innen des Stiftsgymnasium, wo P. Matthäus unterrichtet, kamen. Musikalisch gestaltet wurde die Heilige Messe vom Seitenstettner Stiftschor.
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Weihbischof Anton Leichtfried sagte, Priester sollten gute Werkzeuge des Friedens und der Gnade sein. Sie sollten auch helfen, mitzuarbeiten an der Zufriedenheit der Menschen. Denn er frage sich, ob die Steigerung von Frieden und Wohlstand in den letzten 70 Jahren auch einhergegangen sei mit der Steigerung der Zufriedenheit. Aufgabe des Priesters sei es weiters, ins Bewusst zu rufen, dass alle Getauften eine besondere Beziehung zu Jesus haben. Nicht darauf, ob man reich oder klug sei, käme es an, sondern auf die neue Schöpfung, die bedeute, dass man eben diese Beziehung zu Jesus lebe. Die Priesterweihe erhöhe nicht die Würde des Geweihten, aber man bekomme eine neue Aufgabe: für andere da zu sein und das in Demut.

P. Matthäus bedankte sich für die wunderschöne Feier: „Besonderer Dank gilt meiner Mutter und meiner Schwester Uli, die immer da waren für mich und mich im Glauben stärkten. Weiters danke ich Abt Petrus Pilsinger, den Seitenstettner Mitbrüdern und allen, die bei den Vorbereitungen und Gestaltung des Weihefestes mitgeholfen haben.“

In Seitenstetten gibt es auch das Haus Gennesaret, dort können sich Interessierte überlegen, ob sie sich für den Priester- oder Ordensstand berufen fühlen.

Frau Rogers von den Ö3-Sternstunden fragen oder doch die Experten vom Haus Gennesaret?

Kürzlich rief ein junger Mann bei Frau Rogers an, um astrologischen Rat zu holen: Er überlegt nämlich Priester zu werden. Natürlich kann man diese Frage auch mit Ö3 klären. Aber wer sich für den Priester-, Ordens-, oder Familienstand berufen fühlt, kann sich auch an die Diözese St. Pölten wenden: Von der Berufungspastoral über die Stifte bis hin zum Haus Gennesaret im Stift Seitenstettent (Pater Laurentius: Tel. 0676 8266 35400, laurentius@stift-seitenstetten.at)

Der Berufungsweg von Pater Matthäus

Die Entscheidung von Matthäus Kern war aber nicht weniger interessant: Der 30-jährige Weihekandidat kam in Linz zur Welt, absolvierte eine Wirtschaftsschule und trat 2007 in den Benediktinerkonvent ein. Seine Berufung sei nach und nach gereift, aber es habe doch einige markante Erlebnisse gegeben. Zum Beispiel antwortet er bei seiner Firmung dem damaligen Weihespender mit einem sehr leisen „Amen“. Dieser forderte den Jugendlichen auf, es zu wiederholen und er sagte es dann so laut, dass alle schmunzelten. Da merkte er, dass darin vielleicht Gottes Wille lag, seine Berufung deutlich zu sehen. Einerseits überlegte er Priester zu werden, andererseits wollte er auch eine Familie gründen.

Einmal bat der gebürtige Linzer Gott wieder um den richtigen Weg und so schlug er das „Gotteslob“ in einer Linzer Kirche auf. Dort fand er auf Anhieb eine klassische Bibelstelle zur Berufung: „Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach!“ Anschließend ging er zum Schriftenstand der Kirche und entdeckte sogleich Informationsmaterial der Benediktiner.

Als sein Entschluss feststand, informierte er seine Mutter. Sie musste sich erstmals hinsetzen. Seine Schwester habe dann das Eis gebrochen, indem sie sagte: „Andi, wenn Du glücklich damit wirst, dann mach es.“ Nach einem Aufenthalt im Stift Kremsmünster im Rahmen von „Kloster auf Zeit“ suchte er wieder Gottes Ratschluss – und setzte auch auf weltliche Hilfe. Jenes Kloster mit der schönsten Website käme für ihn in Frage. Und siehe da, jene des Stifts Seitenstetten sprach ihn am meisten an. Daraufhin nahm er Kontakt mit dem Mostviertler Stift auf und rief den damaligen Abt Berthold Heigl an. Dieser freute sich – noch dazu hatte er an jenem Tag bei einer Wallfahrt gerade besonders für Priesterberufungen gebetet. In Seitenstetten sei der junge Mann damals herzlich empfangen worden. Andreas Kern erhielt dort einen neuen Vornamen – Matthäus. Von 2008 bis 2014 studierte er Philosophie, Theologie und Religionspädagogik in Salzburg und ist zweifacher Magister, im Vorjahr wurde er zum Diakon geweiht.

Auch jetzt lebe er sehr gerne im Stift, langweilig sei es jedenfalls nie. Einerseits gebe es die Tagesstruktur mit Gebet, andererseits fänden sehr viele Veranstaltungen statt, bei der jede Hand helfend sei. Noch dazu wirkt er in der Stiftspfarre als pastoraler Mitarbeiter mit und er hat am Stiftsgymnasium eine volle Lehrverpflichtung. Generell sei der Weg zum Priester ein schöner, aber auch herausfordernd. Man müsse es sich wirklich sehr gut überlegen. Auch Zweifel würden dazu gehören, aber „wer zweifelt, der glaubt“, so der 30-Jährige.

Populärer Primizsegen in der ganzen Region

Als Primizspruch wählte er: „Macht euch keine Sorgen; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.“ (Nehemia 8,10). Dann folgen viele Gottesdienste im ganzen Bezirk Amstetten, bei denen er den populären Primizsegen – also den Erstlingssegen eines Neugeweihten – spendet. Die Heimatprimiz ist am 10. Juli, die Klosterprimiz am 17. Juli um 10 Uhr. Weiters spendet er den Primizsegen in Krenstetten, Kollmitzberg, Krenstetten oder St. Michael. Im Herbst wirkt er als Pastorallehrskaplan in der Pfarre Kematen-Gleiss, außerdem hat er weiter eine halbe Lehrverpflichtung.

Insgesamt werden heuer in der Diözese fünf Kandidaten zu Priestern geweiht.

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Gruppenfoto: Prior Pater Laurentius Resch, Abt Petrus Pilsinger, Mutter Monika Kern, Geweihter Matthäus Kern, Weihbischof Anton Leichtfried