Höhepunkte des Heiligen Jahres in den „Jubiläumskirchen“

"Pforte der Barmherzigkeit" in der Wallfahrtsbasilika Maria Taferl

St. Pölten, 21.11.2016 (dsp) Im Dom und in vier Wallfahrtskirchen der Diözese St. Pölten waren im „Jahr der Barmherzigkeit“ Heilige Pforten geöffnet: in Maria Taferl, am Sonntagberg, in Maria Dreieichen und in Maria Laach. Die Pfarrer dieser „Jubiläumskirchen“ blicken auf ein bewegtes Jahr mit zahlreichen Höhepunkten zurück. Übereinstimmend konnte ein erhöhtes Wallfahrtsaufkommen und eine Zunahme bei den Beichten festgestellt werden.

„Als Seelsorger habe ich versucht, bei den Gottesdiensten und im persönlichen Gespräch auf die Barmherzigkeit Gottes hinzuweisen, besonders im Bußsakrament“, sagt Dompfarrer Norbert Burmettler. Als persönlichen Höhepunkt erfuhr er die Begegnung im Februar in Rom mit Papst Franziskus, als er mit anderen Priestern der Diözese als „Missionar der Barmherzigkeit“ gesendet wurde. „Ich sehe dies nicht als Auszeichnung, sondern als Ermutigung und Stärkung, um bei meinem Dienst als Priester den Menschen besonders die Barmherzigkeit Gottes zu übermitteln“, so Burmettler. Der Dompfarrer hofft, „dass geistliche Impulse die Herzen der Menschen erreicht haben und sie ermutigt bzw. gestärkt wurden, in ihren persönlichen Lebensbereichen die Barmherzigkeit zu leben.“

Höhepunkte in der Domkirche von St. Pölten waren nach der feierlichen Eröffnung der „Pforte der Barmherzigkeit“ im Dezember 2015 ein „Abend der Barmherzigkeit“ mit Bischof Klaus Küng, die in diesem Jahr besondere Feier des „Sonntags der Göttlichen Barmherzigkeit“ und die „Lange Nacht der Kirchen“, bei der die „Pforte der Barmherzigkeit“ und die „Caritas Pforte“ des tschechischen Künstlers Karl Rechlik im Mittelpunkt standen. Weitere Highlights waren das KiSi-Musical Workshop „Der Barmherzige Vater“ im Juli und schließlich der „Sonntag der Völker“ mit dem Thema „Heimat teilen – Barmherzigkeit leben“ mit dem Wiener Weihbischof Franz Scharl.

Anstieg der Pilgerzahlen in Maria Taferl

In der Basilika Maria Taferl konnte P. Andreas Petith im „Jahr der Barmherzigkeit“ eine Zunahme an Wallfahrern feststellen. „Dies waren insbesondere einzelne Pilger, die bewusst zum Heiligen Jahr eine private Wallfahrt nach Maria Taferl unternahmen, um durch das Gebet, durch das Durchschreiten der Pforte der Barmherzigkeit und das Beichten den Ablass gewinnen wollten.“ So sei von Seiten der Ordensgemeinschaft der „Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria“ eine ständige Präsenz erforderlich gewesen, deren Priester zahlreiche seelsorgliche Gespräche geführt haben. In den regulären Gottesdiensten sei das Thema „Barmherzigkeit Gottes“ immer wieder thematisiert worden, so Petith.

Zahlreiche offizielle Wallfahrten am Sonntagberg

Höhepunkt des Heiligen Jahres am Sonntagberg waren der Sonntag der Barmherzigkeit, die Mostviertel-Wallfahrt mit dem Linzer Altbischof Ludwig Schwarz, die Volksmusikantenwallfahrt und der „Gebetsabend der Barmherzigkeit“ im September. „An die 100 angemeldete Wallfahrtsgruppen haben die Möglichkeit genützt, die Heilige Pforte zu durchschreiten“, berichtet Pfarrer P. Franz Hörmann. Auch die Wallfahrt der Priester und Diakone der Diözese mit Bischof Klaus Küng sowie die Wallfahrt der Ordensfrauen führten im „Jahr der Barmherzigkeit“ zur Basilika Sonntagberg. „Von zahlreichen Gläubigen habe ich erfahren, wie dankbar sie waren, dass es bei uns die Möglichkeit gegeben hat zum Bußsakrament und zum Empfang des Jubiläumsablasses“, berichtet Hörmann.

Ein „neuer Zugang“ in Maria Dreieichen

Für das Jahr der Barmherzigkeit hat Bischof Küng auch die Basilika Maria Dreieichen zu einer der Jubiläumskirchen der Diözese St. Pölten erwählt. „Die Heilige Pforte, die wir einrichten durften, gab die Gelegenheit, das westliche Seitenportal der Kirche nach fünfzig Jahren wieder neu zu öffnen“, erklärt Pfarrer P. Michael Hüttl. „Wir sehen das Heilige Jahr als Zeichen, so auch die geöffnete Tür an unserer Basilika.“

Alle Fußpilgergruppen und viele Kirchenbesucher seien ganz bewusst durch die Heilige Pforte geschritten. Einige haben diesen Schritt auch dazu genutzt, wieder gültig in die katholische Kirche einzutreten. „In unserem Bewusstsein bleibt der Auftrag, die Barmherzigkeit zu verkünden – das, was wir verkünden, zu glauben, und das, was wir glauben, zu leben“, betont Hüttl. „Vielleicht ist das auf unser Leben gesehen auch – ein neuer Zugang.“

Kircheneintritte in Maria Laach

Das „Jahr der Barmherzigkeit“ hatte in Maria Laach am Jauerling einen besonderen Höhepunkt am Barmherzigkeitssonntag: „An diesem Tag wurde uns nachträglich eine Heilige Pforte geschenkt“, freut sich Pfarrer Christian Poschenrieder. Auch in Maria Laach konnten Pilger nach dem Durchschreiten der Pforte wieder in die Kirche eintreten, was auch genutzt wurde.