Flüchtlingskrise: Besinnung auf die Wurzeln anstatt Angst

Impulstag der KMB im Stift Zwettl

Zwettl, 11.02.2016 (dsp) Die aktuellen Herausforderungen durch die verschiedenen Erscheinungen der Globalisierung, besonders durch die wachsende Anzahl von Flüchtlingen und Migranten, waren das Thema beim Impulstag der Katholischen Männerbewegung (KMB) „Verwurzelt in der Re<li>gion“ im Bildungshaus Stift Zwettl. Anstatt Angst vor Veränderungen zu haben, sollten Christen sich auf ihre Wurzeln besinnen, „den Schalter umlegen und eine andere Perspektive einnehmen“, betonte Referent Johann Bruckner, Leiter des Diözesankomitees für Weltreligionen und Fachinspektor für den katholischen Religionsunterricht.

Die zunehmende Vermischung der Bevölkerung mit anderen Ethnien und Kulturen sowie der wachsende Anteil von Muslimen seien Tatsachen, die nicht ausgeblendet werden dürften. „Die multireligiöse Gesellschaft ist ein Fakt“, so Bruckner. Die Frage sei: „Wie gehe ich damit um?“ und weiter: „Welchen Beitrag leiste ich zum Frieden?“ Aufgrund des christlichen Gottes- und Menschenbildes sollten wir fähig sein in jedem anderen Menschen Gott zu entdecken und zu erkennen. Das seien „tragfähige Wurzeln“ auf die Christen zurückgreifen könnten.

Auf der Basis des Konzilsdokuments „Nostra aetate“ über die Weltreligionen sollten Christen mit anderen Religionen und Kulturen in Kontakt treten und „eine gemeinsame Alltagskultur aufbauen“. Dabei sei es wichtig, für sich persönlich zu wissen, „wo ich die Grenze ziehen muss“, erklärte Bruckner: „Es geht nicht darum, meine Identität aufzugeben.“ Es solle auch kein „Strohfeuer“ der Solidarität entfacht werden, das bald erlösche, sondern das jeweils Machbare konkret umgesetzt werden.

Fastenzeit: entscheidend ist Hinwendung zu Gott

Nicht das Äußere sei entscheidend beim Fasten, sondern unsere innere Haltung, sagte Abt Wolfgang Wiedermann vom Zisterzienserstift Zwettl beim gemeinsamen Aschermittwoch-Gottesdienst mit der KMB. „Entscheidend ist das Herz, meine Hinwendung zu Gott.“ Fasten bedeute, sich von all dem abzuwenden, was diese Beziehung zu Gott behindere, und sich nicht von „den Dingen dieser Welt“ gefangen nehmen zu lassen.
Beim „Almosengeben“, dem Spenden, sollte es weniger um „das Öffnen der Geldbörse“ gehen, so Wiedermann, sondern vielmehr darum, „sich Zeit zu nehmen, um zu helfen, wo es Not tut“. Wer bereit sei ein Stück von sich selbst herzugeben, sei in der Fastenzeit „auf der Zielgeraden auf Gott hin“.