Flüchtlings-Patenschaftsprojekt "Familien für Familien" startet

Familien helfen Flüchtlingsfamilien bei ihrer Integration in Österreich: Das ist das Konzept des Patenschaftsprojekts "Familien für Familien", das der Katholische Familienverband (KFÖ) im Sommer in Wien startet.

"Integration in unsere Gesellschaft funktioniert am besten, wenn von Mensch zu Mensch unsere Kultur, unsere Bräuche, unsere Regeln vermittelt werden können", betonte Familienministerin Sophie Karmasin in einer KFÖ-Aussendung vom Mittwoch. Mit dem Projekt, das auch vom Integrationsministerium gefördert wird, sollten viele Familien "auf ihre neue Heimat vorbereitet werden".

Bei dem Projekt übernimmt nicht eine Einzelperson, sondern eine ganze Familie eine Patenschaft für eine Flüchtlingsfamilie mit anerkanntem Asylbescheid. So soll es Familien, die sich gerne für Flüchtlinge engagieren würden, leichter gemacht werden, dies mit ihren eigenen Betreuungspflichten zu vereinbaren. Bei der Vermittlung wird großer Wert auf räumliche Nähe und auf das passende Alter der Kinder geachtet, damit diese von Anfang an auf ein Netzwerk in Österreich bauen können.

Die Initiative will nicht nur Berührungsängste auf beiden Seiten abbauen: Vielmehr sollen auf niederschwellige Weise familien-relevante Informationen vermittelt werden, von jenen über Spielplätze in der Wohnumgebung über mögliche Freizeitaktivitäten bis hin zum Vorgehen bei Krankheiten der Kinder am Wochenende. Der Integrationsbereich könne somit von dem "enormen Know-How in Familienfragen", über welches Familien verfügen, profitieren, erklärte KFÖ-Vizepräsidentin Irene Kernthaler-Moser.

Das Pilotprojekt richtet sich an Familien mit Kindern zwischen 0 und 18 Jahren, die nach dem Besuch eines Workshops Zeit und Lust für regelmäßige Treffen im Abstand von ein bis zwei Wochen haben. Für interessierte Familien gibt es am Montag, 23. Mai um 18:30 Uhr einen unverbindlichen Informationsabend in der Spiegelgasse 1, 1010 Wien. Patenfamilien werden derzeit noch gesucht.

(Infos: www.familienfuerfamilien.at oder www.facebook.com/familienfuerfamilien )

(18.05.2016, KAP)