Flüchtlinge: Caritas sieht keinen "Notstand" in Österreich

Die Caritas sieht in der Notverordnung der Regierung weiterhin keine Lösung zur Bewältigung der Flüchtlingskrise. Es brauche jetzt keine nationalstaatlichen Alleingänge, so Caritas-Präsident Michael Landau am Donnerstag gegenüber der APA.

An die Bundesregierung appellierte Landau, sich in der Begutachtungsphase Zeit zu nehmen und die Maßnahme genau zu überdenken. Für "problematisch" hält es Landau, nun eine Notlage "herbeizureden" oder sogar "herbeizuadministrieren". Sein Rat an die Regierung: In die Ursachenbekämpfung der Flüchtlingsbewegung solle die gleiche Energie wie in die Notverordnung investiert werden.

"Abschottung ist keine Lösung, hier wird es einen europäischen Weg brauchen", betonte Landau einmal mehr. Er sehe weiterhin keine Flüchtlings-, sondern eine Solidaritätskrise in der EU. 

Sollte es zu keiner gemeinsamen europäischen Lösung kommen, hat Landau laut eigener Aussage Verständnis dafür, wenn sich kleinere Staaten zusammentun, um ein gemeinsames Vorgehen zu überlegen. Allerdings müsse auch hier die Menschenwürde im Mittelpunkt stehen. "Ich glaube, die Österreicher wollen keine Elendszonen an den Grenzen", sagte Landau.

(08.09.2016, KAP)