Caritas Socialis: Eltern sollten mit Kindern über Tod sprechen

Hilfen für ein altersgerechtes Gespräch mit Kindern über Tod und Sterben bietet die Caritas Socialis (CS) mit einer animierten Hörbuch-App und einem Kinderbuch, die beide kostenlos erhältlich sind. Eltern sollten dem Tabuthema nicht aus dem Weg gehen und bei eigener Ratlosigkeit und Unsicherheit Unterstützung suchen, rät die Ordensgemeinschaft in einer Aussendung im Vorfeld von Allerheiligen.

Der Tod gehöre zum Leben. Heute sei der Tod hingegen aus dem Leben verdrängt und der Umgang mit ihm "über Generationen hinweg verlernt" worden, stellte die CS fest. Erwachsene würden Kinder schützen wollen, indem sie nicht über den Tod sprechen und Kinder fernhalten, um diese "nicht zu belasten". Kinder bräuchten jedoch "ehrliche Antworten auf ihre Fragen", besonders wenn sie mit dem Tod eines geliebten Angehörigen konfrontiert sind; erst durch das Reden über Belastendes sei es ihnen möglich, keine unnötigen Ängste zu entwickeln und trauern zu können.

"Die Möglichkeit einbezogen zu werden, wenn sie dies möchten, ist für Kinder wichtig. Trauer, aber auch Wut und Verzweiflung dürfen in jeder Phase offen gezeigt werden, nur dann können Kinder ihre Empfindung verarbeiten", erklärte die Psychotherapeutin Silvia Langthaler von der Beratungsstelle "Roter Anker" im CS Hospiz Rennweg. Kinder würden anders als Erwachsene trauern, da sie ständige Trauer nicht aushalten, weshalb auch hier das Sprichwort "Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt" zutreffe. "Sie lassen immer nur so viel Trauer zu, wie sie bewältigen können", so die Expertin.

Das Buch mit dem Titel "Max und Urli vom Ehrlingerhof", das auch als App erhältlich ist, soll eine kindgerechte Gesprächsbasis schaffen und somit den Zugang zu dem schweren Thema erleichtern. Der Text ist von Burgschauspieler Peter Mati gesprochen, die Inhalte basieren wissenschaftlichen Erkenntnissen und der Erfahrungen zweier Psychotherapeuten im "Roten Anker", eine psychotherapeutische Beratungsstelle, die Kindern und Jugendlichen insbesondere bei Todesfällen zur Seite steht und auch Schulungsprogramme bietet. In einer weiteren Broschüre erhalten Erwachsene Rat für die Begleitung von trauernden Kindern und Jugendlichen.

(25.10.2016, KAP)