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Caritas: 750.000 Menschen in Haiti brauchen humanitäre Nothilfe

Nach dem Hurrikan "Matthew" bleibt die Lage auf Haiti kritisch. Die Anzahl der Todesopfer und der Verletzten steige nach wie vor, insgesamt seien mehr als 750.000 Menschen auf rasche Nothilfe angewiesen, teilte Caritas-Präsident Michael Landau am Dienstag mit.

In vielen Gebieten Haitis gebe es kein sauberes Trinkwasser, viele Felder wurden weggespült und damit die Ernte vernichtet. Hilfsorganisationen befürchten eine Hungerkrise und den Ausbruch von Seuchen. Die Nothilfe für die Hurrikan-Opfer laufe auf Hochtouren, so Landau. "Die Menschen brauchen rasch Lebensmittel, Trinkwasser, Hygieneartikel und Notunterkünfte", bat er um Unterstützung durch Spenden.

Die österreichische Caritas hat für erste Nothilfemaßnahmen 200.000 Euro zur Verfügung gestellt. Der Vorarlberger Katastrophenhelfer Robert Moosbrugger befindet sich seit Wochenbeginn in Haiti, um die Nothilfe zu koordinieren. Die Caritas-Hilfe konzentriert sich dabei auf die besonders betroffenen Regionen Les Cayes und Jeremie. Ab werde ein Hilfskonvoi Hygiene- und Nahrungsmittelpakete nach Les Cayes bringen, berichtete Moosbrugger am Dienstag. Insgesamt will die Caritas Haiti 13.500 Menschen in Not mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Decken versorgen. (Caritas-Spendenkonto: PSK IBAN: AT92 6000 0000 0770 0004 BIC: OPSKATWW, Kennwort: Hurrikan Haiti)

Hurrikan "Matthew" traf in der vergangenen Woche auf Haiti und richtete dort sowie in weiteren Karibikregionen schwere Schäden an. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Stundenkilometern gehört er in die zweithöchste Kategorie der tropischen Wirbelstürme. In Haiti kamen jüngsten Berichten zufolge mehr als 1.000 Menschen ums Leben.

Hauptstadt im Chaos

Von einer chaotischen Situation in der Hauptstadt Port-au-Prince sprachen am Dienstag die Malteser. In den Elendsvierteln Cite Soleil und Tabarre gebe es keinerlei medizinische Versorgung, sagte die Projektkoordinatorin von Malteser International, Kathrin Jewert. Abwasserkanäle liefen über; Müll und menschlicher Unrat sowie das stehende dreckige Wasser in den Elendshütten stellten ein hohes gesundheitliches Risiko dar. Davon seien mehr als eine halbe Million Menschen akut betroffen.

In Haiti sind die Malteser seit dem Erdbeben im Jahr 2010 tätig. Sie unterstützen nun die Aufräumarbeiten, die Reinigung der Straßen und Kanäle und stellen Gerätschaften dafür bereit. Die Hilfsorganisation plant ferner die Verteilung von Hygiene-Kits an die notleidende Bevölkerung.

Ausmaß der Katastrophe noch unabsehbar

Rund um die Stadt Jeremie sind den Angaben des deutschen katholischen Hilfswerks Misereor zufolge fast alle Häuser stark beschädigt, 90 Prozent der Bäume wurden entwurzelt. Das ganze Ausmaß der Katastrophe ist laut Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon allerdings noch nicht absehbar, da es zu einigen Partnerorganisationen im Süden Haitis nach wie vor keinen Kontakt gibt.

Die Italienische Bischofskonferenz (CEI) stellt eine Million Euro als Nothilfe für die Hurrikan-Opfer auf Haiti bereit. Das Geld solle für die Unterstützung der Hunderttausenden von obdachlos gewordenen Menschen verwendet werden und in Projekte des italienischen Caritasverbandes fließen, teilte die CEI am Montag in Rom mit. Papst Franziskus hatte am Sonntag beim Angelus-Gebet zu Solidarität mit der notleidenden Bevölkerung des Karibikstaates aufgerufen.

(11.10.2016, KAP)