Bischof Küng: Umkehr oder Katastrophen?

Bischof Klaus Küng schließt die Pforte der Barmherzigkeit im Dom von St. Pölten

St. Pölten, 21.11.2016 (dsp) Im Rahmen einer Festmesse am Christkönigssonntag hat Bischof Klaus Küng die „Pforte der Barmherzigkeit“ im Dom von St. Pölten feierlich geschlossen. Damit ist auch in der Diözese St. Pölten das außerordentliche Heilige Jahr „Jubiläum der Barmherzigkeit“ zu Ende gegangen. Mit diesem Jahr sei uns „eine kostbare Zeit der Umkehr geschenkt worden“, sagte Küng, „Gott möge die Barmherzigkeit wie Morgentau auf die ganze Welt ausgießen.“

Es sei der Wunsch von Papst Franziskus gewesen, im „Jahr der Barmherzigkeit“ mit Gott, mit der Welt und mit uns selbst versöhnt zu werden, sagte Bischof Küng in seiner Predigt. Es gehe dabei darum, „Barmherzigkeit zu empfangen und zu schenken“. Es brauche jedoch oft lange Zeit, um zu erfassen, „was uns von Gott angeboten, geschenkt wird“. Gerade in unserer Zeit stelle sich die Frage, wie es mit der Welt, mit Europa und mit unserem Land weitergehe: „Finden wir aus Eigeninitiative den Weg zur Erneuerung, oder brauchen wir Verfolgung oder Katastrophen?“ Dringend notwendig sei nach den Worten Küngs das Bewusstsein eines „großen Auftrags“: „Allen Menschen zu sagen, dass das Reich Gottes ganz nahe ist, und dass Jesus der Heiland und der Erlöser ist, der alle retten kann, sodass sich jeder einzelne verändert und zu einem Christus wird.“

Das Königtum Jesu Christi sei von einer „besonderen Art“, so Küng. Dessen Begründung liege „jenseits unserer Vorstellung“ und sei „in der Kreuzigung grundgelegt“. Diese Königsherrschaft entfalte sich in den Wirren aller Zeiten und gehe niemals unter, auch wenn man bisweilen diesen Eindruck haben könne. Jesus Christus sei „der Erstgeborene der Toten“ und viele seien ihm nachgefolgt, zuerst im römischen Reich, dann in der ganzen Welt. „Sein Königreich ist ein Reich des Lebens“, wie Küng betonte. Dieses sei von Gott im Anbeginn geschaffen worden. „Es ist ein existenzielles Reich, das in jedem Menschen angelegt ist, und Jesus Christus ist der Schlüssel, um es zu entdecken.“ Jeder Mensch könne Anteil daran bekommen.

Predigt im Wortlaut