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Bischof Küng eröffnete in Krems den Martinuspilgerweg der Diözese

Krems, 17.09.2016 (dsp) Der europäische Martinuspilgerweg, die "Via Sancti Martini", führt künftig auch durch Österreich. Zusätzlich zur bestehenden Südroute über Slowenien und Italien wird in den kommenden Wochen eine neue Mittelroute des Pilgerwegs durch Ungarn, Österreich, Deutschland, Luxemburg, Belgien und Frankreich etappenweise eröffnet. Der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng sowie der Wiener Weihbischof Stephan Turnovszky nahmen in Krems am Festakt teil. Zahlreiche weitere Gäste waren dabei: Der frühere Generalvikar von Rottenburg-Stuttgart Werner Redies, Sepp Winklmayr, Direktor der Pastoralen Dienste der Diözese, oder Ortspfarrer Franz Richter.

Ausgehend vom Geburtsort des heiligen Martin im heute ungarischen Szombathely (Steinamanger) wird seit September ein stilisierter Martinsmantel durch alle Diözesen entlang der neuen Route getragen. Gläubige können die Pilgerreise des Martinssymbols zwischen 4. und 26. September auch in Österreich ein Stück weit begleiten. Bei dem Pilgergang durch Krems wurde auch eine Caritas-Einrichtung besichtigt.

Bischof Küng hofft, dass durch diesen Martinusweg eine Bewegung enstehe, die greife und zu Gott führe. Der Bischof zeigte sich fasziniert vom Leben und Wirken des Heiligen. Er habe große Ausstrahlung gehabt und sei „auch für heute noch eine anziehende Gestalt“. Martin habe sowohl Rückgrat als auch Herz für arme Menschen gehabt, so Küng. Er sei mit seinen vielen Reisen äußerst aktiv gewesen und habe vielen Menschen geholfen. Das Pilgern stehe auch als Symbol des Unterwegssein zum ewigen Leben, so der Diözesanbischof. Zum Phänomen des Pilgerns gehöre, dass man zu sich komme, vom Alltag loslasse und tiefgehende Gespräche mit anderen auf dem Weg führe. Der heilige Martin sei jedenfalls Vorbild für die suchenden Menschen von heute.

Der frühere Generalvikar von Rottenburg-Stuttgart Werner Redies sagte, mit der Initiative werde Europa verbunden, was auch ein Anliegen des heiligen Martin gewesen sei. Faszinierend an Martin sei, dass er sowohl sehr aktiv als auch sehr asketisch gewirkt und gelebt habe.

Am 11. November soll der Mantel an der Martinsbasilika im französischen Tours ankommen, wo das Grab des vor 1.700 Jahren geborenen Heiligen verehrt wird. Neben dem Martinsmantel werden außerdem aus den jeweiligen Diözesen kleine Röhrchen, die mit Erde aus den einzelnen Martinspfarren gefüllt sind, mit nach Tours wandern. Die Website www.martinuswege.eu zur neuen Route der "Via Sancti Martini" ging mit Anfang September online und enthält neben Informationen zum Pilger- und Kulturweg auch einen Blog mit täglichen Berichten von der Pilgerreise des Martinsmantels.

Die ungarischen Diözesen Szombathely und Györ beginnen am 3. September den Reigen der Etappeneröffnungen. Am 16. September erfolgte bei einer Feier in Krems mit Bischof Klaus Küng die Mantelübergabe von der Erzdiözese Wien an die Diözese St. Pölten. Bei einem Gottesdienst in der Linzer Martinskirche übernimmt dann am 24. September der Linzer Bischofsvikar Wilhelm Vieböck den Martinsmantel, bevor er am 26. September auf der Passauer Innbrücke an die bayrische Diözese weitergegeben wird.

"Fußabruck des heiligen Martin"

Die "Via Sancti Martini" ist seit 2005 neben dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela die zweite eingetragene Kulturstraße des Europarates. Das Wegenetz umfasst insgesamt über 2.500 Kilometer. Die Südroute verläuft von Szombathely, Slowenien, Kroatien, Italien, Frankreich nach Tours. Dieser Weg orientiert sich an den Wirkungsstätten des heiligen Martin in Südeuropa. Eine Nordroute ist über Utrecht (Niederlande) und Erfurt angedacht.

Die neue Mittelroute verbindet auf ihrem Ost-West-Weg von Szombathely nach Tours einerseits Kirchen und Einrichtungen, die unter dem Patronat des Martinus stehen, und vernetzt andererseits ab der deutschen Stadt Worms Orte, an denen der Heilige zu Lebzeiten gewirkt hat. Der Pilgerweg ist in Teilstücken bereits ausgeschildert. Das gelbe Martinskreuz und der "Pas des St. Martin" (Fußabdruck des heiligen Martin) leiten die Pilger auf ihrem Weg.

Soldat, Missionar und Bischof

Martinus wurde wahrscheinlich im Jahr 316 in der Stadt Sabaria geboren, dem heutigen Szombathely. Der Sohn eines römischen Tribuns trat auf Wunsch seines Vaters in die römische Armee ein. Nach seiner Bekehrung ließ sich Martin mit 18 Jahren taufen, quittierte den Militärdienst und wurde zunächst Missionar. Seit 371 war er Bischof von Tours an der Loire; er starb am 8. November 397 in seiner Diözese.

Das Grab des fränkischen Nationalheiligen und Patrons der Schneider, Bettler, Geächteten, Kriegsdienstverweigerer und anderer in Tours ist eine bedeutende Wallfahrtsstätte. Diözesanpatron ist Martin u.a. in Szombathely, Eisenstadt, Mainz, Rottenburg und Buenos Aires.