Amtsübergabe: „Caritas gehört zum Herzen der Kirche“

Neuer Caritasdirektor Hannes Ziseslberger, Diözesanbischof Klaus Küng, Landesrätin Barbara Schwarz, scheidender Caritasdirektor Friedrich Schuhböck

St. Pölten, 07.09.2016 (dsp) Mit einer Dankmesse und einem Festakt im Bildungshaus St. Hippolyt verabschiedete die Diözese Friedrich Schuhböck nach 20 Jahren als Caritasdirektor und übergab das Amt offiziell an dessen Nachfolger Hannes Ziselsberger. An der Feier nahmen die Diözesanleitung mit Weihbischof Anton Leichtfried und Generalvikar Eduard Gruber, sowie politische Vertreter mit Landesrätin Barbara Schwarz an der Spitze teil.

„Die Gestalt der Caritas kann sich immer wieder verändern, sie wird jedoch immer zum Herzen der Kirche gehören“, sagte Bischof Klaus Küng beim Festakt. Die Identität der Caritas sei stets ein großes Anliegen Schuhböcks gewesen, dessen Motto lautete: „Not sehen und handeln.“ Für Küng seien in der Caritas sowohl Professionalität als auch Spiritualität notwendig, die einander ergänzten. Als Beispiel nannte der Bischof die kürzlich heiliggesprochene Mutter Teresa, die „auf Gebet gegründet“ handelte.

Übergabe eines „geordneten Hauses“

Die Geschichte der Caritas sei eine „zeitlose Geschichte zwischen Gott und seiner Schöpfung“, betonte Bischofsvikar Franz Schrittwieser als geistlicher Assistent der Caritas St. Pölten in seiner Predigt bei der Dankmesse. Das doppelte Liebesgebot – Gottes- und Nächstenliebe – sei nicht nur die Basis der Caritas, auf der Menschen seit Jahrhunderten arbeiteten, sondern auch die „Grundlage jeder Sozial- und Gesellschaftsordnung“.

Direktor Schuhböck habe sich in seiner Amtszeit besonders für den Ausbau der Pfarrcaritas als auch für die Entwicklung von Dienstleistungen in Zusammenarbeit mit den öffentlichen Einrichtungen von Land und Gemeinden „stark engagiert“. Er habe den Mut gehabt, sich auch „in Spannungsfeldern einzusetzen und sei „ein Anwalt für Menschen in Not“ gewesen. Schuhböck übergebe ein „gut geordnetes Haus“, das sein Nachfolger Ziselsberger nun „weiterbaut“. Caritas müsse dabei „bodenverbunden sein im konkreten Liebesdienst, dabei glaubwürdig, prophetisch, mit einer freundlichen Haltung und einem fröhlichen Ja zur Schöpfung“, wie Schrittwieser sagte.

In 20 Jahren Amtszeit viel und viele bewegt

Soziallandesrätin Schwarz zeigte sich „begeistert von der Konsequenz, mit der Friedrich Schuhböck der Caritas-Idee Nachschub gegeben hat“. In den 20 Jahren seiner Amtszeit als Caritasdirektor sei „immer wieder Neues entstanden“, vor allem für Menschen mit Behinderungen. Schuhböck habe „immer auf die aktuelle Not der Menschen reagiert“. Dabei habe es immer eine gute Gesprächsbasis und Zusammenarbeit mit dem Land Niederösterreich gegeben, wie Schwarz betonte. Dabei achte die Caritas stets darauf „nicht etwas Gutes, sondern jemandem Gutes zu tun: „Der Mensch steht immer im Mittelpunkt.“

Es sei „beeindruckend, wie viel gewachsen und neu entstanden ist“, sagte Caritaspräsident Michael Landau über die Amtszeit Schuhböcks: „Er hat viel bewegt, und er hat viele Menschen bewegt.“ Damit habe Schuhböck deutlich gemacht, dass es auf jeden einzelnen ankomme. Besonders in der Pfarrcaritas vor Ort zeige sich, dass „Pfarren Kraftwerke der Nächstenliebe“ seien. Besonders bei der Arbeit für Menschen mit psychischen Erkrankungen sei die Caritas der Diözese St. Pölten unter Schuhböck „Pionier und Vorbild“ geworden, wie Landau betonte.

Die Liebe als Grundlage

„Gott ist die personifizierte Caritas“, sagte Schuhböck bei der Amtsübergabe. „Deus caritas est – Gott ist die Liebe. Dem ist nichts hinzuzufügen, darüber ist zu meditieren und danach zu handeln.“ Schuhböck übergab seinem Nachfolger Ziselsberger ein Kreuz, das er selbst vor 20 Jahren bei seinem Amtsantritt geschenkt bekommen hatte. „Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung: Diese Botschaft des Kreuzes hat die Caritas den Menschen zu bringen.“

Der neue Caritasdirektor Ziselsberger betonte, er wolle an einer „sozialen Infrastruktur für ein menschenwürdiges Leben für alle mitarbeiten“. Caritas sei eine „werte-volle“ Arbeit auf der Basis des Evangeliums: „Alles Tun muss die Liebe als Grundlage haben.“ Dabei sei der Einsatz für ein freiwilliges Engagement der Christen seine „Hoffnung für eine gerechte Gesellschaft“.