Abtreibungsstatistik: Rückenwind für "aktion leben"-Forderung

Weiterer Rückenwind für die "aktion leben"-Forderung nach einer landesweiten Statistik über Schwangerschaftsabbrüche: Nach der Österreichischen Ärztekammer hat sich auch das Österreichische Institut für Familienforschung (ÖIF) hinter die in der Bürgerinitiative "Fakten helfen!" geforderte Statistik gestellt.

Die Einführung einer solchen Statistik sei "aus wissenschaftlicher Sicht grundsätzlich zu begrüßen", heißt es in der Stellungnahme. Auch könne von einer solchen Statistik, die bereits in 27 europäischen Ländern etabliert sei, ein "klarer Mehrwert für Politik in Gesetzgebung und Vollziehung" sowie im "politischen Diskurs" und in der "Evaluierung der Effekte von gesetzlichen oder verwaltungsrechtlichen Normen" erwartet werden.

Die Stellungnahme war bereits Ende Juni im Rahmen eines Hearings im Petitionsausschuss abgegeben worden, seit heute ist sie online einsehbar. Konkret empfiehlt des ÖIF in seiner Stellungnahme, Österreich möge sich an den positiven Erfahrungen anderer europäischer Länder in dieser Frage orientieren - etwa bei der Gestaltung der Erhebungsbögen oder der Handhabung der statistischen Daten insgesamt.

Begrüßt wurde die Stellungnahme des ÖIF von "aktion leben"-Generalsekretärin Martina Kronthaler: Die Stellungnahme biete "den politischen Verantwortlichen in unserem Land sehr konkrete, wissenschaftlich fundierte Empfehlungen, wie eine Statistik über Schwangerschaftsabbrüche mit wenig Aufwand durchgeführt werden kann", heißt es in einer Aussendung der "aktion leben" vom Freitag. Nachdem die Ärztekammer ihre Bereitschaft zur Meldung von Schwangerschaftsabbrüchen signalisiert hatte und sich nun auch das ÖIF hinter die Initiative "Fakten helfen!" gestellt hat fehle nun nurmehr der "Wille der politisch Verantwortlichen, damit die vernünftigen Forderungen (...) in die Tat umgesetzt werden können", so Kronthaler.

Die Bürgerinitiative "Fakten helfen!" für eine Abtreibungsstatistik sowie eine regelmäßige Motivforschung haben bisher knapp 54.000 Unterstützer unterzeichnet. Der zuständige Petitionsausschuss im Nationalrat hat die Anliegen der Bürgerinitiative - es ist die zahlenmäßig erfolgreichste der vergangenen Jahre - Ende Juni erstmals behandelt. Dabei beschlossen die Abgeordneten, bis zur nächsten Sitzung im Herbst Einschätzungen u.a. von der Ärztekammer und dem Österreichischen Institut für Familienforschung (ÖIF) einzuholen.

http://www.fakten-helfen.at/

(26.08.2016, KAP)