40 Jahre Caritas Werkstatt Schrems

Caritasdirektor Hannes Ziselsberger, Stadtrat Michael Preissl, Bürgermeister Karl Harrer, Stadträtin Gabriele Beer und Caritas Werkstattleiterin Martina Neubauer. (Foto: Caritas/Lahmer)

Schrems, 15.10.2016 (dsp) Vor 40 Jahren wurde in Schrems die erste Werkstatt der Caritas für Menschen mit Behinderungen in der Diözese St. Pölten eröffnet, damals noch unter Bezeichnung Tagesheim. Sechs Menschen mit Behinderungen haben 1976 begonnen. „Heute betreuen und begleiten wir in 15 Werkstätten, 15 Wohnhäusern, in teilbetreuten und begleiteten Wohngemeinschaften, in Recyclingbetrieben und in "Carla"-Secondhand-Läden rund 1000 Menschen mit Behinderungen“, sagte Caritasdirektor Hannes Ziselsberger bei der Jubiläumsfeier.

In der Werkstatt Schrems arbeiten aktuell 44 Menschen mit Behinderungen, 9 Betreuerinnen und Betreuer und zwei Zivildiener. Organisiert ist die Arbeit in sieben Abteilungen, wie Werkstattleiterin Martina Neubauer erklärte. Darunter sind zwei Mobile Außenteams für Grünraumpflege. Sie arbeiten unter anderem für die Brauerei, die Stadtgemeinde und private Auftraggeber. Neben der Hauswirtschaftsgruppe und zwei Seniorenabteilungen sind in der Werkstatt in der Pfarrgasse 3 noch die Industrieabteilung untergebracht. Der größte Auftraggeber ist diesbezüglich die Firma Eaton. Elektrische Bauteile werden hier zerlegt und sortenrein in Metalle und Kunststoffe getrennt.
In der Werkstatt wird auch ein eigener Verkaufsladen für Produkte aus der Werkstatt geführt. „Zusätzlich betreuen wir fünf weitere Verkaufsstellen in Geschäften im Bezirk“, so Sabine Bauer, die seit 30 Jahren als Betreuerin in der Schremser Werkstatt arbeitet.

Von Beginn an in der Werkstatt sind zwei MitarbeiterInnen mit Behinderungen. Eva Schaden hat früher in der Werkstatt gestickt, heute arbeitet sie in der Industrieabteilung. Johann Bruckner ist seit dem ersten Arbeitstag im Mai 1976 in der Werkstatt. „Er fühlt sich so wohl, wie vor 40 Jahren“, ist seine Mutter, Margarete Bruckner, überzeugt. 

Bezirkshauptmann Johann Böhm, der die Glückwünsche von Landeshauptmann Erwin Pröll überbrachte, unterstrich die Fortschritte im gemeinsamen Umgang von Menschen mit und ohne Behinderung. „In vergangenen Jahrzehnten wurden von der Politik viele Stolpersteine entfernt. Seien wir Brückenbauer, alle Menschen haben Talente, und die sollen entsprechend gefördert werden“, so Böhm. Auch Caritasdirektor Hannes Ziselsberger zeigte sich zufrieden mit der politischen Entwicklung in den vergangenen 40 Jahren in Bezug auf die Behindertenarbeit: „Die Zusammenarbeit mit der NÖ Landesregierung und den Abteilungen funktioniert hier sehr gut." Pfarrer Herbert Schlosser erlebe bei seinen Nachbarn „große Zufriedenheit“, sowohl bei den Menschen mit Behinderung als auch bei den Betreuern. „Wenn ich in das Haus komme bin ich ein Freund unter Freunden“, so Schlosser abschließend.

Foto (Caritas/Lahmer): Caritasdirektor Hannes Ziselsberger, Stadtrat Michael Preissl, Bürgermeister Karl Harrer, Stadträtin Gabriele Beer und Caritas Werkstattleiterin Martina Neubauer